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Pandemie Coronavirus: die Situation in der Schweiz

Intensivpflegezimmer putzen

Reinigungspersonal bei der Reinigung und Desinfektion eines Intensivpflegezimmers des Regionalkrankenhauses Lugano.

(Pablo Gianinazzi/Keystone)

Die Schweiz bereitet sich auf ein ungewohntes Osterwochenende vor. Ein Lockdown light, der mit aller Konsequenz durchgesetzt werden muss: Die Behörden appellieren an die Vernunft der Bevölkerung – und drohen mit scharfen Kontrollen.

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Das Coronavirus in der Schweiz

Die Schweizer Regierung verschärft im Kampf gegen Covid-19 laufend die Massnahmen. Welche Folgen hat dies für die Bevölkerung?

Hier die aktuellen Corona-Informationen:

  • Fallzahlen: 22'499 Infizierte, 843 Verstorbene (Stand Mittwoch, 11 Uhr). Dies nach offiziellen Angaben aller Kantone und des Fürstentums Liechtenstein. Aufgrund von Verspätungen bei der Verarbeitung der Fallzahlen einiger Kantone veröffentlicht SWI swissinfo.ch aktuell Zahlen, die direkt von den Kantonenexterner Link stammen.
  • Es gibt laut BAG eine Unterbelegung der Spitäler, weil Risikopatienten nicht in die Spitäler kommen. Die Zahl der freien Intensiv-Pflegeplätze liegt schweizweit bei 643 (Stand Dienstag).
  • Die Schweizer Bevölkerung zeigt sich in einer Umfrage von den Einschränkungen ermüdet. Gleichzeitig hat sie grosses Vertrauen in die Regierung.
  • Die Zahl der Neuerkrankungen sinkt. Die Lage scheint sich zu stabilisieren. "Das Problem ist aber bei weitem noch nicht gelöst", sagt Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit. 
  • Das EDA kündigt ein "baldiges Ende der Rückholaktion" von Schweizerinnen und Schweizern im Ausland an. Die Aktion habe den Höhepunkt erreicht. Die meisten Schweizer Touristen seien mittlerweile zurück. 
  • Der Stillstand treibt insbesondere Selbständige in die Sozialhilfe, die Ämter werden mit Gesuchen überflutet.


"Das beste, was wir jetzt für unser Land tun können, ist zuhause zu bleiben."

Stefan Blättler, Präsident der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten

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Was sagen die Schweizerinnen und Schweizer zu den Massnahmen? 

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Gegenüber einer ersten Umfrage von vor zwei Wochen hat das Vertrauen in die politische Führung der Krise zugenommen. Das zeigt eine Umfrage der Forschungsstelle Sotomo im Auftrag der SRG SSR, zu der auch swissinfo.ch gehört.

Das Vertrauen in die politische Führung ist von 63 auf 67% gestiegen. Der Anstieg war besonders in den französisch- und italienischsprachigen Landesteilen markant. "Die von einem Grossteil der Bevölkerung gerade in der lateinischen Schweiz vor kurzem noch nicht für möglich gehaltene Stabilisierung der Situation in den Spitälern scheint sich für die Bundesbehörden durch neues Vertrauen auszuzahlen", schreiben die Autoren.

Vertrauen in die politische Führung

Grafik: Vertrauen in die politische Führung

Immer noch zeigt sich ein relativ markanter Altersgegensatz bei der Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Besonders die jüngeren Befragten verlangen nach mehr Bewegungsbeschränkungen. Bei den älteren Personen ist eine überwiegende Mehrheit mit der Linie des Bundesrats einverstanden.

Im Vergleich zu einer ersten ähnlichen Umfrage im März (85%) haben mehr Menschen (92%) ihr Zuhause verlassen. Meist, um einkaufen zu gehen, aber noch häufiger, um sich körperlich zu betätigen und an der frischen Luft zu sein. Über 65-Jährige haben gemäss der Umfrage in der vergangenen Woche das Haus deutlich seltener zum Einkaufen verlassen als im März.

Die Botschaft des Distanzhaltens scheint immer grössere Teile der Bevölkerung zu erreichen: Während im März 38% keinen näheren Kontakt ausserhalb des eigenen Haushalts hatten, waren es im April 47%.

Eine grosse Mehrheit der Bevölkerung scheint sich nicht vor einer persönlichen Covid-19-Erkrankung zu fürchten. Nur 3,5% befürchten einen tödlichen Ausgang im Fall einer Erkrankung.

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Bei den Massnahmen zur Eindämmung der Virusverbreitung zeichnet sich gemäss Umfrage ein Stimmungswandel ab. 

"Es wird deutlich, dass die Bevölkerung die Gesundheitssituation als weniger dramatisch einschätzt als noch vor zwei Wochen", schreiben die Autoren der Umfrage. Zwar stehe immer noch eine deutliche Mehrheit hinter der Linie des Bundesrats. "Doch zeigt sich, dass die Ansicht, der Bundesrat gehe zu weit mit der Schliessung von Geschäften und Dienstleistungsangeboten, sich in der Gesellschaft zu verbreiten beginnt."


Was sind die Massnahmen im Detail?

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Der Bundesrat erklärte am 16. März die "ausserordentliche Lage". In dieser steuert der Bundesrat das ganze Land zentral. Die Kantone haben nur noch eingeschränkte Kompetenzen. Es herrscht Notrecht. Detaillierte Erklärungen zu dieser Eskalationsstufe hierexterner Link.

1. Das öffentliche Leben wird stillgelegt

Ansammlungen mit mehr als fünf Personen im öffentlichen Raum sind verboten. Gegenüber anderen Personen ist ein Abstand von mindestens zwei Metern einzuhalten. Die Polizei kann bei Nichteinhaltung eine Ordnungsbusse verhängen.

Öffentliche und private Veranstaltungen bleiben verboten. Alles ausser Apotheken und Lebensmittelläden bleibt geschlossen. Detailhändler beschränken die Anzahl Kunden. 

Um die Angestellten besser zu schützen, sind auch Arbeitgeber verpflichtet, Ansammlungen von über fünf Personen zu verhindern. 

2. Armee und Zivilschutz kommen zum Einsatz

Bis zu 8000 Armeeangehörige für Gesundheitswesen, Logistik und Sicherheit: Der Bundesrat geht davon aus, dass der Bedarf der zivilen Behörden nach Unterstützung durch die Armee in den nächsten Tagen und Wochen markant steigen wird. Er hat deshalb beschlossen, den Kantonen ein Kontingent von 850'000 Diensttagen zur Verfügung zu stellen.

Um den Gesuchen der Kantone zu entsprechen, erhöht der Bundesrat die Obergrenze für den Assistenzdienst von 800 auf 8000 Armeeangehörige. Dies gilt bis Ende Juni 2020.

Die Schweizer Armee sagt ihre Wiederholungskurse bis Ende Juni ab. Ausgeschlossen seien jene WK, die zur Unterstützung des Gesundheitswesens oder zur Unterstützung der zivilen Behörden zum Beispiel an den Grenzen eingesetzt würden. Durch die Absage könnten Ressourcen und Logistik, aber auch die Schweizer Wirtschaft geschont werden, hiess es.

3. Einschränkungen an den Grenzen

Einreisebeschränkungen gelten für Italien, Frankreich, Deutschland und Österreich sowie aus allen Nicht-Schengen-Staaten. Der Bundesrat setzt die Erteilung von Schengenvisa und nationalen Visa für Angehörige von Drittstaaten für drei Monate aus.

Fotogalerie Coronavirus

Wie viele sind in der Schweiz am Coronavirus infiziert?

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Aktuelle Zahlen ersehen Sie in unserer laufend aktualisierten Grafik:

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Coronavirus-Fälle pro eine Million Menschen

Grafik: Coronavirus-Fälle pro eine Million Menschen

Das Bundesamt für Gesundheit appelliert in einer breit gestreuten Kampagne, die Hygieneregelnexterner Link zu befolgen:

  • Abstand halten ("Social Distancing")
  • Gründlich Hände waschen
  • In Taschentuch oder Armbeuge husten und niesen
  • Bei Fieber oder Husten zu Hause bleiben
  • Händeschütteln vermeiden
  • Papiertaschentücher in geschlossene Abfalleimer werfen
  • Notfallstationen nur nach Anmeldung besuchen
  • Möglichst bargeldlos bezahlen


Wie lange dauert die Corona-Krise?

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Die Prognose lautet: Das Virus wird sich weiter ausbreiten. "Es ist erst der Beginn der Welle. Wir müssen die Hospitalisationsrate der Angesteckten herunterbringen", sagte Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Die Schliessung von Schulen und die Stillegung des öffentlichen Lebens könnte länger dauern als bisher angekündigt. 

Hunderttausende dürften wegen der Krise zurzeit im Homeoffice arbeiten.

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Welche Auswirkungen hat die Krise auf die Schweizer Wirtschaft?

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Die Schweizer Wirtschaft wird wegen des Coronavirus im ersten Halbjahr 2020 in eine Rezession schlittern

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat die Konjunkturprognose stark nach unten korrigiert, wie Eric Scheidegger, Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik beim Seco, sagt. Aber: "Die Prognose-Unsicherheit ist ausserordentlich hoch", so Scheidegger. Erwartet werden eine Arbeitslosigkeitsquote von 2,8% für 2020 und ein Rückgang des BIP um 2,8% auf -1,3%.

Die Aktienmärkte erfahren eine weltweite Baisse. Auch die Schweizer Börse war betroffenHier externer Linkdie aktuelle Situation des Swiss Market Index SMI.

SMI (1)


Wie hilft der Bund der Schweizer Wirtschaft?

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Der Bundesrat hat für die Wirtschaft ein Massnahmenpaket über rund 42 Milliarden Franken zusammengestellt. 

Coronavirus Ueli Maurer hat die Milliarden, die es nun braucht

Der Finanzminister wirft dem Land mit beeindruckender Lockerheit Milliarden hin. Die Nationalbank verharrt in Gefechtsstarre. Eine Analyse.

Ziel der auf verschiedene Zielgruppen ausgerichteten Massnahmen ist, die Beschäftigung zu erhalten, Löhne zu sichern und Selbständige aufzufangen. 

Professoren der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) rechnen mit einem Bedarf von 100 Milliarden.

Zu den Massnahmen zählen Kurzarbeit, Liquiditätshilfen für Unternehmen und Soforthilfe mittels Krediten.

Bis 1. April wurde für 1,17 Millionen Arbeitnehmende Kurzarbeit beantragt.


Haben auch Auslandschweizer Anrecht auf wirtschaftliche Hilfe?

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Wir haben diese Frage dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) gestellt. Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit beim Seco, antwortete: "Wenn sie in die Schweiz zurückkommen, gehe ich davon aus, dass sie von all den Massnahmen, die in der Schweiz gelten, profitieren können."

Und weiter:  "Ob für Auslandschweizer im Ausland Massnahmen vorgesehen sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Das wäre eine weitere Anspruchsgruppe, die wir auf die Liste aufnehmen würden."

Corona-Krise "Die Sozialhilfe kommt für Auslandschweizer nur im Extremfall zum Tragen"

Die Beratungsdienste für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer von Soliswiss werden derzeit rege genutzt. Die Geschäftsführerin gibt Einblick.


Sind Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer speziell betroffen?

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Ja. 

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Die Auslandschweizer-Organisation Deutschland sagte die für Mai geplante Jahreskonferenz in Düsseldorf ab. Der Kongress der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer in Frankreich (UASF) vom 24. bis 27. April 2020 in Mulhouse wurde ebenfalls abgesagt, wie auch der Kongress der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer in Italien, der in Florenz geplant war.

Aktuell sind aufgrund der Reisebeschränkungen viele Doppelbürger von Quarantänen und Stornierungen betroffen.

"Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer tragen die alleinige Verantwortung für Aktivitäten im Ausland. In einer Krisensituation müssen sie sich selbständig informieren", sagte Christian Bock, Direktor der Eidgenössischen Zollverwaltung, am 17. März.

+ So erleben Schweizer im Ausland die Corona-Krise

+ Israels Einreisesperre für Auslandschweizer: Hochzeit abgesagt, Beerdigung verpasst

+ Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer fliehen aus Italien


Wo finde ich mehr Informationen? 

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Hier eine Liste der Links, wo Sie jederzeit selbst die aktuellen Updates aus erster Hand erfahren können. 

Bundesamt für Gesundheit (BAG)externer Link

Weltgesundheits-Organisation (WHO)externer Link

Internationale Übersichtskarteexterner Link

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