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CSFB will zusätzlich bis 1750 Stellen streichen

Credit Suisse First Boston (CSFB), die Geschäfts-Banktochter der Credit Suisse, kündigt einen weiteren massiven Stellenabbau an.

Dieser Inhalt wurde am 08. Oktober 2002 - 14:46 publiziert

Um 500 Mio. Dollar zu sparen, will die CSFB in den nächsten Monaten zwischen 1250 und 1750 Stellen streichen.

In einem internen Mail an die 25'000 Mitarbeitenden der CSFB wies CEO John Mack darauf hin, dass die "extrem harte" Marktsituation ihm keine andere Wahl gelassen habe.

"Unglücklicherweise haben wir in diesem Umfeld einfach keine Alternative, wenn wir wettbewerbsfähig sein wollen. Und das schulden wir unseren Aktionären."

Mack, der an der Wall Street mit dem Spitznamen "Macky Messer" tituliert wird, hat seit Amtsantritt im Juli letzten Jahres bereits 4500 Stellen gestrichen. Nach dem Abgang von Lukas Mühlemann ist Mack Co-Chef der Credit Suisse (CSG).

Sofortige Massnahmen - vor allem in den USA

Mit dem erneuten Abbau sollen 500 Mio. Dollar operativer Kosten gespart werden. Bereits im Oktober soll der erneute Abbau von 5 bis 7 Prozent der Gesamtbelegschaft beginnen, bestätigte CSG-Sprecher Siro Barino. Dabei werde es auch zu Entlassungen kommen.

Weitere Angaben zum Ort und zum Zeitraum des Abbaus nannte Barino nicht. Wie die "New York Times" schreibt, befürchten CSFB-Mitarbeiter in New York, dass der Abbau in erster Linie die in den Bereichen Fusionen und Übernahmen sowie Börsengänge tätigen Investmentbanker trifft.

Die CSFB erlitt nach dem Einbruch dieser Geschäftsbereiche im Jahr 2001 einen Verlust von 1,6 Mrd. Franken. Für das dritte Quartal 2002 wurde Anfang Oktober erneut ein operativer Verlust angekündigt, nachdem sich die Situation an den Märkten weiter verschlechterte.

Eines der Sorgenkinder der Credit Suisse

Die CSFB ist neben der Winterthur das Sorgenkind des CSG-Finanzkonzerns. Aus den USA verlautete am Dienstag, die Börsenaufsicht des US-Teilstaats Massachusetts habe belastende Dokumente gegen die CSFB gesammelt.

Börsenanalysten sollen Kaufempfehlungen als Gegenleistung für lukrative Geschäfte im Investmentbanking abgegeben haben.

Im Visier der Börsenaufsicht

Die Dokumente, unter anderem auch eine E-Mail von CSFB-Manager Frank Quattrone, liegen zurzeit beim New Yorker Staatsanwalt Eliot Spitzer, der über eine Anklage gegen CSFB entscheiden wird.

Der Ruf der CSFB hatte in der Vergangenheit unter den immer auftretenden Vorwürfen wegen fragwürdiger Geschäftspraktiken, kommissionsgierigen Bankern, Gerichtsklagen und Untersuchungen durch die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC gelitten.

An der Schweizer Börse erhielt die CSG-Namenaktie am Dienstag nur kurz Auftrieb. Der Kurs stieg zwar im frühen Handel um acht Prozent. Im Laufe des Nachmittags sank das Papier wieder in den Minus-Bereich und verlor im Vergleich zum Vorabend 1,9 Prozent auf 20,60 Franken.

swissinfo und Agenturen

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