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Das Image der Schweiz hat sich verändert

Adolf Ogi (auf einer Bergwanderung mit seinem Freund Kofi Annan) hat mit seiner Natürlichkeit viel für das Schweizer Image getan. Keystone Archive

Die Diskussion um die nachrichtenlosen Vermögen auf Schweizer Banken scheint das Bild der Schweiz in der Welt geändert zu haben. Das zumindest ist die Meinung vieler ausländischer Medienschaffender in Genf. Wenn sich das Image wirklich verändert hat, dann nicht unbedingt zum Schlechteren.

Dieser Inhalt wurde am 28. April 2001 - 15:10 publiziert

Noch immer scheint das Bild der Schweiz durch Postkarten und touristische Prospekte bestimmt zu sein. Noch immer sind die Schweizer Militärmesser, die Berge und Schokolade und ihre Neutralität besser bekannt als ihre Spitzentechnologie oder ihre politischen Institutionen.

Die Medienschaffenden machen da keine Ausnahme. Bei ihrer Ankunft in der Schweiz bestanden ihre ersten Bemühungen darin, die Realität dieses Landes ausserhalb der Klischees zu entdecken.

Der Skandal um die nachrichtenlosen Vermögen hat dieses Bild möglicherweise verändert, obwohl die Meinungen darüber geteilt sind. So finden arabische und japanische Journalistinnen und Journalisten, das Image der Schweiz habe sich nicht geändert, während amerikanische und europäische Korrespondenten davon überzeugt sind.

Für die Letzteren hat die Rolle der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs ernsthafte Zweifel am idyllischen Bild des "Heidi-Landes" aufkommen lassen. Das Ausland hat realisiert, dass die Schweiz Schattenseiten aufweist wie andere Länder auch.

Einige Journalisten vertreten jedoch die Ansicht, diese Entwicklung habe auch ihr Gutes: Dank der Krise hätten andere Ländern gelernt, die Schweiz in ihrer ganzen Komplexität zu betrachten. Und - was die Schweiz betrifft - mussten sich die hiesigen Politiker engagieren und erhielten eine internationale Sichtweise, die sie im Vorfeld nicht immer aufwiesen.

Die geschichtliche Untersuchung der Schweizer Vergangenheit hat die schlechten Eindrücke, welche die Affäre hinterlassen hat, im Übrigen etwas abgeschwächt. Für zahlreiche ausländische Journalisten in Genf hat die Schweiz sich auf eine Aufarbeitung eingelassen, die lobenswert sei.

Charisma und Weltoffenheit haben Millionenwert

Aus der Umfrage unter Medienschaffenden lässt noch eine andere Lehre ziehen: Nämlich, dass ein sympathisches Gesicht für das Image eines Landes ungeheuer viel ausmacht, gemeint ist damit Adolf Ogi.

Die ausländischen Journalisten waren insbesondere angetan vom Charisma und der Natürlichkeit von alt Bundespräsident Ogi. Er verstand es in der Tat, die Klischees der Schweiz zu nutzen (Beispiel: Ogi als Bergler aus Kandersteg) und gleichzeitig die Schweiz als solidarisches und weltoffenes Land zu preisen.

"Adolf Ogi hat gleich viel bewirkt wie Millionen von Franken, die zur Förderung des Images der Schweiz eingesetzt wurden", betont Yasmine Chatila, Pressesprecherin im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten.

Der Bericht von Yasmine Chatila basiert auf einer Umfrage unter 150 in Genf tätigen ausländischen Korrespondenten. Ihre Beobachtungen sind in der jüngsten Ausgabe des DEZA-Magazins "Eine Welt" erschienen.

Olivier Pauchard

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