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Das Kleinbasler Charivari feiert sein Jubiläum mit Selbstironie

Keystone-SDA

Zu seinem 50-Jahre-Jubiläum schwelgt das "Glaibasler Charivari" nicht nur in Nostalgie, sondern nimmt sich auch selbst auf die Schippe. Die Vorfasnachtsveranstaltung feierte am Samstag im Volkshaus Basel sowohl Premiere wie auch ihre eigene Geschichte.

(Keystone-SDA) Was geschah Grossartiges in Basel anno 1976? Etwa die Aufhebung der Parkplätze auf dem Marktplatz und das Taubenfütterungsverbot? Bereits der Prolog des Ensembles macht klar, dass das Charivari mit einer gesunden Portion Selbstironie auf ein halbes Jahrhundert blickt.

Die Parodie auf sich selbst gilt auch für einen der Höhepunkte des Abends, den Auftritt der «Starivaris»: In nur fünf Minuten fassen vier Kostümierte, allesamt bekannte Namen aus der Fasnachtsszene, mit allerlei Instrumenten einen Charivari-Abend zusammen. Sie schlüpfen von einem Moment auf den anderen in die Rolle einer Pfeifergruppe und sind dann auch Guggenmusik, Schnitzelbank, Schauspiel-Ensemble oder eine Klamaukversion des «Top Secret Drum Corps».

In einer Revue lässt das Ensemble auch verstorbene Charivari-Bekanntheiten wie Sir Francis oder Frau Änishänsli nochmals auf der Bühne aufleben. Eine weitere Reminiszenz ist das «Trio Piccolo Piano», was 1976 eine Neuheit war. Zwei Pfeiferinnen lassen mit Klavierbegleitung diesmal etwa den Fasnachtsmarsch Ryslaifer und den Disco-Gassenhauer «Funkytown» miteinander verschmelzen.

Trommelkönige und Trump-Verse

Generell ist das musikalische Programm beachtlich aufgestellt. Es kommt zu einer Begegnung zwischen den beiden Trommelkönigen Ivan Kym und Maurice Weiss. Durch den Abend führt als roter Faden die Mardi Gras Combo, einmal auch in Begleitung der Pfeifergruppe Schäärede mit einem «Läggerli» im Jazzgewand.

Die Rahmenstücke nehmen auch diesmal fasnächtliche Eigenarten aufs Korn, etwa die Gesprächsfetzen und verhinderten Witze zwischen Bier und Lärmpegel auf der Strasse. Ein anderes Mal suchen die Basler Behörden krampfhaft nach einem neuen Grossanlass wie dem ESC, um sich nicht mit der Alltagspolitik beschäftigen zu müssen.

In den Schnitzelbänken dominiert diesmal Donald Trump. So widmet sich der obligate Langvers der «Gwäägi» diesmal Karin Keller-Sutters Zollverhandlungen.

Das Charivari ist noch bis am 7. Februar im Volkshaus Basel zu sehen. Alle Vorstellungen sind ausverkauft.

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