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DE/Proteste gegen Sarrazin-Sparpläne bei Bundesbank

Dieser Inhalt wurde am 08. Oktober 2009 - 14:50 publiziert

FRANKFURT/MAIN (awp international) - Erstmals in der Geschichte der Deutschen Bundesbank wollen Beschäftigte öffentlich gegen Streichpläne der Behörde demonstrieren. Mehr als 1.500 Demonstranten wollen die Gewerkschaft Verdi und die VdB Bundesbankgewerkschaft am kommenden Dienstag zu einer Demonstration am Hauptsitz in Frankfurt mobilisieren. Anlass sind laut Ankündigung vom Donnerstag die Streichpläne beim Bargeldhandling, das in den Geschäftsbereich des neuen und umstrittenen Vorstands Thilo Sarrazin fällt.
Die Gewerkschaft geht davon aus, dass die Sparmassnahmen noch weit grösseres Ausmass annehmen als bislang bekannt. Mit der Errichtung zweier neuer Bargeldzentren würden weitere neun Bundesbankfilialen zur Disposition stehen, erklärten die Gewerkschaften. Im Gespräch seien Verwaltungsstellen in Baden-Württemberg und im Ruhrgebiet, sagte ein Sprecher.
Bereits im September hatte die Bundesbank Pläne bestätigt, 14 von derzeit 47 Filialen zu schliessen beziehungsweise in einem Fall zusammenzuschliessen. Der Prozess werde sozialverträglich ohne betriebsbedingte Kündigungen ablaufen. Es geht um die Standorte Aachen, Augsburg, Bayreuth, Bremen, Cottbus, Dresden, Duisburg, Flensburg, Giessen, Kassel, Kiel, Lübeck und Meiningen sowie die Betriebsstätte in Lörrach.
Laut Gewerkschaften sind rund 800 Mitarbeiter und ihre Familien betroffen und grösstenteils zum Umzug gezwungen. Der Protest richtet sich auch gegen diese Massnahme, die noch nicht endgültig vom Vorstand beschlossen sei. Als Hauptredner bei der Demonstration sind Verdi- Chef Frank Bsirske und der VdB-Vorsitzende Harald Bauer vorgesehen.
Die Notenbank verkleinert seit Jahren ihr Filialnetz, weil sie mit der Euro-Einführung viele Aufgaben an die Europäische Zentralbank abgegeben hat. Die Filialen sind vor allem für die Bargeldbearbeitung zuständig, die inzwischen stark automatisiert abläuft und verstärkt auch von privaten Firmen angeboten wird. Die Bundesbankfilialen versorgen Banken und Einzelhändler mit Bargeld, nehmen Münzen und Scheine entgegen und überprüfen sie auf Fälschungen und Schäden. Verbraucher können in den Filialen auch D-Mark-Banknoten und -Münzen in Euro umtauschen. Die Zahl der Standorte lag Ende 2002 bundesweit noch bei 118 und ist seitdem auf 47 gesunken. Dadurch spart die Notenbank nach früheren Angaben jährlich rund 280 Millionen Euro./ce/DP/jha/

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