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25’000 Menschen melden sich für 21’000 Konten

Die zweite Liste nachrichtenloser Konten wurde in diversen internationalen Zeitungen abgedruckt. Die Dritte wurde im Internet publiziert. Keystone

Rund 25'000 Personen haben sich bisher auf die dritte Liste der Banken mit nachrichtenlosen Konten gemeldet. Die Anmeldefrist läuft in einer Woche ab.

Die Schweizer Banken hatten am 5. Februar auf dem Internet eine Liste mit 21’000 nachrichtenlosen Konten veröffentlicht, deren Inhaber möglicherweise Holocaust-Opfer waren. Sie erfüllten damit eine Bestimmung des Bankenvergleichs.

Innerhalb von sechs Monaten sollten sich Berechtigte beim zuständigen Schiedsgericht (Claims Resolution Tribunal, CRT) in Zürich melden.

Weitere Ansprüche erwartet

25’000 Anspruchs-Anmeldungen seien bislang beim CRT eingegangen, so ein CRT-Sprecher. Vermutlich werde sich diese Zahl aber noch erhöhen: Das Gericht erwarte noch weitere Ansprüche, die bei dem für den Bankenvergleich zuständigen New Yorker Gericht eingingen.

Dieses hatte nach Abschluss des Vergleichs mögliche Berechtigte (Inhaber oder Erben nachrichtenloser Vermögen, ehemalige Flüchtlinge, Zwangsarbeiter oder sonst durch die Nazis Geschädigte) aufgerufen, Ansprüche anzumelden. Insgesamt seien 580’000 Fragebogen retourniert worden.

Davon gaben 85’000 Personen an, dass ihre Vorfahren allenfalls Vermögen in der Schweiz hatten. Diese Anspruchs-Formulare will das CRT nun noch durchgehen. Es erwartet, dass sich daraus noch eine Reihe weiterer Ansprüche auf nachrichtenlose Konten ergeben.

Meiste Konten leer

Die meisten der 21’000 Konten, die die Banken auf Internet publizierten, sind allerdings saldiert. Nur gerade auf 2’600 Konten befindet sich nach Angaben der Bankier-Vereinigung noch Geld. Über dessen Höhe wurden keine Angaben gemacht.

Das CRT hat nun über diese Ansprüche zu befinden. Sie werden aus Mitteln des 1,25 Mrd. Dollar schweren Bankenvergleichs abgegolten. Laut Verteilplan sind bis zu 800 Mio. Dollar dafür reserviert.

Listen eins und zwei

Die in Februar veröffentlichte Liste nachrichtenloser Konten ist die dritte dieser Art. Die Schweizer Banken hatten schon 1997 Suchaktionen durchgeführt und zwei Listen mit insgesamt rund 16’000 nachrichtenlosen Konten – davon 5’570 von ausländischen Kunden – publiziert. Das CRT hat schon über die Ansprüche auf diese beiden Listen entschieden.

Laut einer Übersicht des CRT vom Juni meldeten knapp 10’000 Personen Ansprüche auf die 5’570 ausländischen Konten an. 3’000 Ansprüche wurden gutgeheissen. 60 Mio. Franken wurden an die Berechtigten ausbezahlt – 15 Millionen an Berechtigte von Konten von Holocaust-Opfern, 45 Millionen auf Berechtigte von anderen Konten.

swissinfo und Agenturen

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