«Alinghi» soll Glück bringen
Das bisherige Projekt "Swiss Challenge" für den America's Cup 2003 heisst neu "Alinghi". Unter diesem Phantasie-Namen will der Genfer Milliardär Ernesto Bertarelli die bedeutungsvollste Trophäe im Segelsport in die Schweiz holen.
«Alinghi» steht nicht bloss als Name des Syndikats, sondern auch der Jachten, auf denen die Trainings und Wettkämpfe ausgetragen werden. Dieser Ausdruck wurde vor etwa zehn Jahren auf den Rennjachten von Ernesto Bertarelli kreiert. Unter dieser Bezeichnung gewann der passionierte Segler im vergangenen Jahr die traditionelle Regatta «Bol d’Or» auf dem Genfersee.
«Alinghi hat mir im bisherigen Leben Glück gebracht», erklärte der 35-jährige
Bertarelli, der rund 100 Mio. Franken aus seinem Privat-Vermögen in das Projekt fliessen lässt.
Neun Monate nach der offiziellen Ankündigung, den America’s Cup erstmals nach Europa zu holen, umfasst «Alinghi» derzeit 57 Vollzeit- Angestellte aus allen Bereichen des Segelsports, davon 26 Regattafahrer.
Umzug nach Sète
Die Crew, die bislang im Genfer Becken auf zwei Achter-Segeljachten trainiert hat, wechselt in Bälde ins südfranzösische Sète. Dort wird die ehemalige «Be Happy» des Schweizer Syndikats «Fast 2000», die Bertarelli vom Zwei-Kielboot zur Hochleistungs-Jacht hat umbauen lassen, auslaufen.
Das erste der zwei Regatta-Boote dürfte im November fertig sein und wird anschliessend nach Auckland verfrachtet, wo Ende Jahr erste Testfahrten stattfinden sollen. In der neuseeländischen Metropole beginnt im Oktober 2002 der Herausforderer-Cup «Louis Vuitton». Der Sieger wird im März 2003 vor Auckland gegen den Titelverteidiger aus dem Gastgeberland antreten.
Bertarelli hatte mit der Verpflichtung von sechs Seglern von Titelverteidiger Neuseeland, darunter Starskipper Russell Coutts und Taktiker Brad Butterworth, für grosses Aufsehen gesorgt. Auf einer Rennjacht wirken insgesamt 16 Männer an Bord
Gute Chancen für Schweizer Segler
Der dreifache deutsche Olympia-Sieger Jochen Schümann, der in der technischen und physischen Vorbereitung der Crew eine wichtige Rolle spielt, ist zuversichtlich, dass Schweizer Segler den Sprung ins Team schaffen: «Acht Kandidaten sind derzeit in der engeren Wahl.» Fixplätze gebe es jedoch keine, auch nicht für Ernesto Bertarelli, sagte der 46- Jährige.
Als zweiter Hauptsponsor steigt Infonet bei «Alinghi» ein, eine amerikanische Firma im Bereich des Kommunikations-Managements. Bereits im Januar war die Schweizer Bank UBS beigetreten.
swissinfo und Agenturen
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