Bern über die Lage in Südossetien besorgt
Die Schweiz zeigt sich "sehr besorgt" über die humanitären Auswirkungen der Gewalt in der abtrünnigen Region Südossetien in Georgien. Die Konfliktparteien werden aufgefordert, wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren.
Georgische Truppen haben am Freitag nach Angaben eines Ministers die Hauptstadt der abtrünnigen Region Südossetien eingenommen. Über georgischem Gebiet seien zudem vier russische Kampfflugzeuge abgeschossen worden, welche georgische Stellungen angegriffen hätten.
Moskau unterstützt die Separatisten, welche die Region seit den frühen 1990er-Jahren unter Kontrolle haben.
Die Sorge der Schweiz beziehe sich vor allem auf die zivilen Opfer des Konflikts, sagte der Sprecher des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), Jean-Philippe Jeannerat.
Auch das Internationale Komitee von Roten Kreuz ist besorgt: «Krankenwagen erreichen nur mit Mühe die verletzten Menschen. Die verängstigten Bewohner verstecken sich in Kellern, ohne Strom, Wasser, Kommunikation», sagte IKRK-Delegationsleiter Dominique Liengme in der georgischen Hauptstadt Tiflis.
Die in Georgien stationierten vier Schweizer Militärbeobachter und zwei Polizeiberater sind von den Auseinandersetzungen bislang nicht betroffen und bleiben deshalb vor Ort.
Gemäss EDA sind die wenigen in Georgien lebenden Schweizer Bürger – insgesamt 29 – in Sicherheit und «wohlauf». 26 Schweizer leben gemäss Jeannerats Angaben in Tiflis; in Südossetien sind keine gemeldet.
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