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Chronik des Falls Aliesch

Der Fall des Bündner Justiz- und Polizeidirektors Peter Aliesch (FDP) ist am vergangenen 22. Juli durch einen Bericht des "SonntagsBlicks" ins Rollen geraten. Nachstehend die wichtigsten Etappen der Affäre:

· 22. Juli: Die Bündner Staatsanwaltschaft bestätigt einen Bericht des «SonntagsBlicks», wonach Aliesch der passiven Bestechung verdächtigt wird. Er soll vom mutmasslichen griechischen Millionenbetrüger Panagiotis Papadakis Geschenke und Ferieneinladungen angenommen haben.

· 23. Juli: Aliesch weist in einem aus seinem Ferienort in der Toskana geführten Interview mit der «Südostschweiz» die Vorwürfe zurück. Die Beziehung zum Ehepaar Papadakis sei privater Natur gewesen. Er verlangt eine restlose Aufklärung und ist bereit, seine Immunität preiszugeben.

· 28. Juli: Die FDP Graubünden hat grundsätzlich auf die Annahme von Geschenken von Papadakis verzichtet, um den Vorwurf eines Interessenskonflikts im Zusammenhang mit der Aufenthaltsbewilligung zu vermeiden.

· 29. Juli: Alieschs Frau Lea sagt in einem Interview mit dem «SonntagsBlick», sie habe bei einem privaten Treffen von Frau Papadakis einen Nerzmantel umgehängt bekommen. Sie habe ihn behalten, um Frau Papadakis nicht zu beleidigen.

· 2. August: Die FDP Graubünden bezeichnet das Vorgehen Alieschs als unsensibel, unangemessen und problematisch. Sie verlangt eine rückhaltlose Aufklärung und die Aufhebung der Immunität.

· 3. August: Die SP Graubünden fordert den Rücktritt Alieschs. Die Bündner Fraktions-Präsidenten wollen eine Sondersession einberufen.

· 4. August: Aliesch weist die Bestechungs-Vorwürfe erneut zurück.

· 6. August: Die erweiterte Parteileitung der FDP Graubünden verurteilt das Verhalten von Aliesch und verlangt eine öffentliche Entschuldigung. Im Falle einer Anklageerhebung verlangt sie den sofortigen Rücktritt.

· 7. August: Aliesch entschuldigt sich öffentlich für seine Fehler, darunter die Beziehung zu Papadakis und die Annahme von Geschenken. Er weist aber alle strafrechtlichen Vorwürfe zurück.

· 8. August: Die «Rundschau» des Schweizer Fernsehens zeigt ein Video von einer Geburtstagsfeier von Papadakis. Neben Aliesch nehmen daran auch der Chef des Bündner Strassenverkehrsamtes Gian-Franco Donati sowie der Zürcher SVP-Politiker Werner Furrer teil.

· 9. August: Die Justizkommission des Grossen Rates beantragt dem Parlament für die Sondersitzung vom 7. September die Aufhebung der Immunität Alieschs.

· 10. August: Die SVP Graubünden fordert den Rücktritt Alieschs. Auch die FDP fordert nun Aliesch offiziell zur Demission auf. Aliesch tritt aus der Partei aus.

· 14. August: Die Regierung entzieht Aliesch die Kantons- und Fremdenpolizei und übergibt deren Führung Regierungsrat Stefan Engler.

· 25. August: Aliesch bekräftigt in einer Stellungnahme in der «Südostschweiz», dass er in seinem Departement noch wichtige Aufgaben bewältigen und nicht zurücktreten will.

· 30. August: Die «Rundschau» berichtet, dass gegen Papadakis auch wegen Geldwäscherei ermittelt wird. Zudem deckt sie Verbindungen zwischen dem Griechen und dem ehemaligen Chef der Zürcher Fremdenpolizei, Jörg Gähwiler, auf. Die Zürcher Regierungsrätin Rita Fuhrer will diese Beziehungen klären lassen.

· 7. September: Der Bündner Grosse Rat beschliesst die Aufhebung der Immunität von Aliesch.

swissinfo und Agenturen

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