Der schwere Gang nach Valencia
Der UEFA-Cup Achtelfinal Valencia gegen Servette scheint einseitig zu werden. Valencia ist Leader in Spanien, Cupsieger Servette wackelt.
Am Dienstag um 18.00 Uhr wird Servette im Hinspiel im Mestalla-Stadion versuchen, den Schaden in Grenzen zu halten, um neun Tage später in der bereits ausverkauften Charmilles nicht hoffnungslos zum Heimspiel aufzulaufen.
«Ich habe unseren Gegner zweimal beobachtet und bin sehr beeindruckt. Valencia ist eine der besten Mannschaften Europas, ohne Schwachpunkt und daher klarer Favorit», meinte Servette-Trainer Lucien Favre und fügte an: «Valencia spielt Fussball von einem anderen Planeten. Das Team ist von ganz anderem Kaliber als es zuvor Slavia Prag, Real Saragossa oder Hertha Berlin waren.»
Ausfälle und Fragezeichen
Obwohl Favre bereits am 7. Januar das Training nach der Winterpause befohlen hatte und nichts dem Zufall überliess, konnten sich die Genfer nicht nach Wunsch vorbereiten.
Thurre, Comisetti, Bratic und Lombardo fallen gegen Valencia aus, Robert, Frei, Hilton und Fournier sind angeschlagen oder mit dem Training im Rückstand.
Thurre verspürte nach der Wadenbein-Operation von Mitte August erneut Schmerzen und muss im Spital die Metallplatte herausnehmen lassen. Für den Stürmer ist die Saison vorbei. Comisetti (Knorpelschaden im Knie) und Bratic sind weiter verletzt, und Lombardo ist nicht spielberechtigt, weil er diese Saison mit Lausanne den Halbfinal im UI-Cup gegen Basel bestritt.
Robert kehrte mit drei Wochen Verspätung von seinem Winterurlaub zurück, sein brasilianischer Landsmann Hilton musste wegen eines Ermüdungsbruchs 25 Tage pausieren.
Frei behinderte eine Entzündung im Knie. «Ich will nicht hadern, sondern stelle nur fest, dass wir auf wackligen Füssen stehen», ergänzte Favre und bangt auch um seinen Aggressivleader Fournier, dessen Knöchel erneut schmerzt.
Mit den Einsätzen von Hilton, Frei und Fournier rechnet der ehrgeizige Trainer des Cupsiegers gleichwohl.
Ohne Wettkampfpraxis
In fünf Vorbereitungsspielen markierte Servette nur zwei Tore. Einzig die brasilianische Neuerwerbung Marcelo reüssierte am Freitag beim 2:1 über Xamax zweimal.
Daneben verspricht auch der neu verpflichtete Russe Mitschkow, auch er ein zentraler Mittelfeldspieler, einiges: «Aber eher für die Zukunft», schwächte Favre ab und fügte an, dass sein Team sowohl gegen Yverdon, Sparta Prag und Dynamo Moskau (je 0:0) als auch gegen Österreichs Meister Tirol (0:3) kein einziges Tor schoss.
«Uns fehlt die Wettkampfpraxis. Valencia steckt mitten in der Meisterschaft und ist in Topform», sagte Favre. Mit drei Siegen in Folge und zuletzt zwei Remis gegen Celta Vigo (0:0) und am Samstag bei Villarreal (1:1) hat der zweifache Champions-League-Finalist die Tabellenführung übernommen.
Aimar gelang bei Villarreal in der 82. Minute der Ausgleich. Der 22-jährige Argentinier wurde vor Jahresfrist für 36 Mio. Franken von River Plate Buenos Aires verpflichtet. Nie zuvor gab Valencia mehr für einen Transfer aus.
Servette hofft, dass Valencia die Schweizer unterschätzt und bereits an die Viertelfinals gegen Inter und das grosse Duell zwischen den Trainern Benitez und Cuper denkt.
Doch Trainer Benitez winkt ab: «Wir nehmen Servette ernst. Ein Ausrutscher würde uns nicht verziehen. Besonders um Oruma und Frei werden wir uns kümmern.»
swissinfo und Peter Wyrsch, SI
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