Die Schweiz vergisst den Balkan nicht
Nach Gesprächen mit der jugoslawischen Regierung in Belgrad schloss Bundespräsident Moritz Leuenberger seinen zweitätigen Balkanbesuch am Freitag (27.04.) in Bosnien-Herzegowina ab. Unter anderem kam Leuenberger in Sarajevo mit dem bosnischen Präsidium zusammen.
Leuenberger versicherte seinen Gesprächspartnern in Bosnien, dass die Schweiz ihre Hilfe fortsetzen werde, namentlich auch im wirtschaftlichen Bereich. Zwischen den beiden Ländern sind mehrere Verträge in Vorbereitung, unter anderem ein Abkommen über die Doppelbesteuerung. Die guten Beziehungen seien wichtig, lebten doch rund 40’000 Bosnierinnen und Bosnier in der Schweiz.
Anhaltende Spannungen
Der Bundespräsident führte in Sarajevo auch mit dem internationalen Bosnien-Beauftragen Wolfgang Petritsch ein Gespräch. Petritsch bedankte sich bei der Schweiz insbesondere für die finanzielle Unterstützung seiner Arbeit in dieser Position.
Gegenstand des Treffens mit Petritsch waren auch die immer wieder aufkeimenden Spannungen zwischen den verschiedenen Bevölkerungsteilen.
Leuenberger besuchte zum Schluss seiner Visite in Bosnien ein Wiederaufbau-Projekt für Flüchtlinge in der Region von Banja Luka. Die Kosten des auf drei Jahre angelegten Projekts in der Höhe von 6 Mio. Franken übernimmt der Bund, geleitet wird es von Caritas Schweiz.
Zum Auftakt Gespräche in Belgrad
Leuenberger war am Donnerstag in Belgrad mit dem jugoslawischen Präsidenten Voijslav Kostunica zusammengetroffen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Konten des Milosevic-Clans in der Schweiz sowie die Bemühungen des UNO- Tribunals um eine Auslieferung des Ex-Präsidenten Slobodan Milosevic nach Den Haag.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch