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Ehrendoktortitel für Bundesrätin Dreifuss

Zum Abschluss ihres viertägigen Besuchs in Israel und den palästinensischen Gebieten ist Bundesrätin Ruth Dreifuss am Sonntag (28.05.) an der hebräischen Universität Jerusalem der Ehrendoktortitel der Philosophie verliehen worden.

Die Schweizer Innenministerin wurde damit für ihr Engagement für Frauenanliegen und soziale Gerechtigkeit sowie ihren Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit ausgezeichnet. Die Bundesrätin besitzt bereits die Ehrendoktorwürde der Universität von Haifa.

Zuvor hatte Dreifuss den israelischen Präsidenten Eser Weizman getroffen, der gleichentags seinen vorzeitigen Rücktritt aus seinem Amt auf Mitte Juli angekündigt hatte.

Bei dem Treffen kam der Rückzug Israels aus Südlibanon zur Sprache. Weizmann und die Vorsteherin des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) betrachten den Rückzug und die mögliche Wiederaufnahme von Verhandlungen kommende Woche in Stockholm als Chance für den Frieden. Die Schweiz sei bereit, eine vermittelnde Rolle zu spielen, erklärte Dreifuss vor den Medien.

Die Bundesrätin traf zudem den israelischen Justizminister Jossi Beilin. Beide sprachen sich für einen Plan zur Entwicklung der Region aus, um die Stabilität im Nahen Osten zu fördern. Laut Beilin sollen die europäischen Staaten und die USA dieses Vorhaben unterstützen.

Schweizer Forschungszentrum

Neben den offiziellen Treffen nahm die Bundesrätin an der Eröffnung des schweizerischen Zentrums Sigi und Lisa Daniel teil, das sich der Konfliktforschung und -lösung widmet. Ruth Dreifuss zeigte sich befriedigt über die Kontakte mit israelischen und palästinensischen Akademikern.

In ihrer Rede zur Einweihung verwies die Dreifuss auf die Schweiz als Beispiel für ein Modell des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen. Ein Ziel des Zentrums sei es, die Kenntnis über Motive von Konflikten und deren Lösungen zu stärken.

Palästinensische Autonomie stärken

Während einer Visite in Ramallah in den Palästinensischen Autonomie-Gebieten hatte Dreifuss am Samstag Hannan Aschrawi und weitere palästinensische Parlamentarier getroffen. Aschrawi sprach sie dabei für eine aktivere Rolle der Schweiz im Friedensprozess imNahen Osten aus.

Aschrawi, Ex-Erziehungsministerin in der Regierung von Jassir Arafat betonte, die Schweiz sei nicht durch eine koloniale Vergangenheit belastet. Dadurch erwecke das Land bei den Palästinensern kein Misstrauen.

Am ersten Tag ihrer Visite im Nahen Osten hatte Dreifuss ihrer Hoffnung Ausdruck gegeben, dass die Palästinenser möglichst bald mehr Veranwortung übernehmen könnten. Sie gehe davon aus, dass sich die Beziehungen zwischen Bern und den Palästinensern in Zukunft verstärkten.

Besuch in Yad Vaschem

Am Freitag hatte die Bundesrätin die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vaschem in Jerusalem besucht. Sichtlich betroffen entzündete sie eine Flamme in Erinnerung an die Millionen jüdischen Opfer des Zweiten Weltkriegs und legte auch einen Kranz nieder.

Dreifuss besuchte auch das örtliche Museum zum Genozid an den Juden. Längere Zeit verweilte sie vor den Fotos der Opfer, namentlich jenen der von Hunger und Qualen gezeichneten Kinder im Ghetto von Warschau.

swissinfo und Agenturen

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