Einbürgerungs-Gesuche abgelehnt
In Emmen wurden alle Gesuche von Personen aus dem Balkan abgelehnt. Ausnahme: eine Elfjährige. In Schwyz blieben alle Gesuche chancenlos.
In Emmen wurde über 15 Gesuche mit insgesamt 19 Personen entschieden. Gesuche von Personen aus Marokko, Portugal, Italien den Philippinen wurden deutlich angenommen.
Bei einer Stimmbeteiligung von 43,0 Prozent wurden aber alle anderen Gesuche von Personen aus Jugoslawien, Kroatien und Bosnien- Herzegowina abgelehnt. Einzig das Gesuch eines elfjährigen Mädchens wurde knapp akzeptiert.
Gemeinderat enttäuscht
Der Emmer Gemeinderat zeigt sich in einer ersten Stellungnahme enttäuscht von diesem Resultat und bedauert es. Der Gemeinderat hatte nach Vorfällen mit ausländischen Staatsangehörigen Einbürgerungswillige eingeladen, ihre Gesuche auf unbestimmte Zeit zurückzustellen. Zwei Gesuche wurden daraufhin zurückgezogen.
Dennoch kommt der Gemeinderat zum Schluss, Urnenabstimmungen über Einbürgerungen seien in einer Gemeinde von der Grösse Emmens nicht praktikabel. Eine Richtungsänderung sei notwendig. Der Gemeinderat will prüfen, wie die Kompetenz zur Einbürgerung an eine vom Volk gewählte Kommission delegiert werden könnte.
In Emmen wird seit zwei Jahren über Einbürgerungs-Gesuche an der Urne abgestimmt.
Schwyz: Absage an Einbürgerungswillige
Im Kantonshauptort Schwyz sind alle Einbürgerungs-Gesuche an der Urne abgelehnt worden – wenn auch zum Teil äusserst knapp. Personen aus dem Balkon wurden deutlicher abgelehnt als andere. Die Stimmbeteiligung betrug 58 Prozent.
Entschieden wurde über vier Gesuche mit 13 Personen. Am deutlichsten abgelehnt wurde das Gesuch einer Familie aus Bosnien-Herzegowina. Sie wohnt seit 15 Jahren in der Schweiz, zwei der drei Kinder kamen in Schwyz zur Welt.
Verzicht auf Einbürgerung
Bereits am 23. September waren alle zehn Gesuche abgelehnt worden, darunter auch jene von gut integrierten Familien. Den Gesuchstellern wurde daraufhin angeboten, die Behandlung ihrer Gesuche auf einen späteren Termin als den 2. Dezember zu verschieben.
Drei Gesuchsteller machten vom Angebot Gebrauch und reichten Verzichtserklärungen ein. In den letzten Jahren wurden in Schwyz mehr Gesuche abgelehnt als angenommen. Insgesamt stehen noch rund 50 Gesuche an.
Malters: Die Ausnahme
In der Gemeinde Malters (LU) wurden alle Einbürgerungs-Gesuche angenommen. Insgesamt bewarben sich elf Personen in sechs Vorlagen um das Schweizer Bürgerrecht. Am deutlichsten wurde eine Deutsche eingebürgert. Die Einbürgerungen von Personen aus dem Balkan fielen knapper aus.
swissinfo und Agenturen
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