Eishockey WM: «nicht verrückt machen lassen!»
Das Schweizer Team musste an der Eishockey-WM in Deutschland zum zweiten Mal umziehen. Von Nürnberg nach Hannover. Coach Krueger meint, man habe jetzt noch einmal drei Spiele vor sich. Kruegers Optimismus in Ehren: Eine Viertlfinal-Qualifikation wäre (fast) ein Wunder.
Für die Nationalspieler hiess es am Mittwoch (02.05.), Abstand zu gewinnen. Das Team war weg vom Eis und vom Trainerstab und vom WM- Rummel. Für die Zwischen-Rundenspiele gegen Kanada, Russland und Italien müssen neue Kräfte getankt werden.
Nationalcoach Ralph Krueger, der mit seinen Assistenten das Duell der nächsten Gegner, Russland und Kanada, beobachtete, sieht für den weiteren WM-Verlauf trotz ungünstiger Ausgangslage nicht schwarz.
Krueger: «Wir dürfen uns jetzt nicht verrückt machen lassen. Wir haben nochmals drei Spiele vor uns. Gegen Italien liegen zwei Punkte drin. Vier Punkte können für die Viertelfinal-Qualifikation reichen. In den letzten Jahren waren vier Punkte immer genug».
Ohne Punkte in die Zwischenrunde
Gegen diese Kalkulation spricht, dass Deutschland bereits drei Punkte auf dem Konto hat und ebenfalls noch gegen Italien antreten kann. Aber vielleicht bleibt wie im Vorjahr in St. Petersburg wieder einer der «Grossen» (damals Russland) auf der Strecke. Aber die Schweiz kann aus der Vorrunde keine Punkte mitnehmen. Beginnt also bei null.
Droht die WM in Deutschland für die Schweiz beim Verpassen der Viertelfinals enttäuschend zu enden? Mitnichten! Klar war das 1:3 gegen Deutschland im Startspiel eine bittere Pleite. «Aber es ist nach wie vor keine Selbstverständlichkeit für das Schweizer Hockey, in einer so starken Gruppe in die Zwischenrunde zu kommen», sagte Krueger.
Tatsächlich läuft erstmals an einer WM unter Krueger der Puck (bislang) nicht für die Schweizer. In der Vor-Krueger-Aera wäre die Schweiz mit dem Pech, das sie bislang in Deutschland beklagte, wohl sang- und klanglos in die B-Gruppe abgestiegen.
Beim 1:3 gegen die Tschechen am Dienstag in Nürnberg bewiesen die Schweizer indes ein weiteres Mal, wie nahe sie an die Topnationen herangekommen sind. Noch vor drei Jahren bei Kruegers erster WM verloren die Schweizer gegen Tschechien mit 0:4 und 1:3 zweimal völlig chancenlos.
In Nürnberg hätten die Schweizer gegen den amtierenden und mit zwei NHL-Blöcken gespickten Weltmeister gewinnen können, wenn im zweiten Drittel eine der Torchancen genutzt worden wäre oder Schiedsrichter Waisfeld Thomas Zieglers Tor nicht annulliert hätte. Krueger: «Die Tschechen bleiben für mich das stärkste Team an dieser Weltmeisterschaft. Und wir hätten sie beinahe bezwungen».
swissinfo und Rolf Bichsel (sda)
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