Enttäuschende Männer, erfolgreiche Frauen
In Florida blieb von den Männern nur Federer in den Players Championships. Besser waren die Frauen: Mikaelian, Gagliardi und Hingis kamen weiter.
Besonders ärgerlich war die Niederlage für Michel Kratochvil: Trotz mässiger Leistung führte der Ostermundiger gegen die Weltnummer 150 mit Satz und Break, verlor dann aber den Rhythmus völlig und war im dritten Satz gegen den entfesselt aufspielenden Mardy Fish ohne Siegmöglichkeit.
«Ich habe ihm so viele Chancen gelassen, ins Spiel zurückzukommen. Irgendwann musste er einmal eine packen», sagte der enttäuschte Kratochvil. Er verlor gegen den Amerikaner mit 6:3, 5:7, 1:6.
Heuberger und Rosset geben Sieg ab
Ivo Heuberger war gegen den um 61 Plätze besser platzierten Argentinier Gaston Gaudio nahe an einer Überraschung: Bis im letzten Game des zweiten Satzes gab der St. Galler nie seinen Aufschlag ab und zeigte starkes Angriffstennis.
Im Schlussdurchgang profitierte dann der Argentinier davon, dass der Platz langsamer wurde, weil die Sonne keinen Einfluss mehr hatte. «Es ist schade, besonders da ich den ersten Satz so dominiert hatte», erklärte Heuberger. Er ging gegen den Gaudio mit 6:3, 4:6, 2:6 als Verlierer vom Platz.
Marc Rosset unterlag dem Italiener Andrea Gaudenzi 2:6, 6:4, 3:6. Rosset liess eine Partie entgleiten, die er für sich hätte entscheiden können. Zum Verhängnis wurde dem Genfer das erste Spiel des dritten Satzes beim Aufschlag seines Gegners: Rosset vermochte keinen seiner fünf Breakbälle zu verwerten.
Beeindruckende Frauen
Marie-Gaïané Mikaelian zeigte bei ihrem Debut vor den Toren Miamis insgesamt eine gute Leistung. Sie machte in beiden Sätzen gegen Janette Husarova die wichtigen Punkte und verwertete den ersten Matchball. Sie gewann 6:4, 7:5.
Für Mikaelian war der Tag speziell, er markierte den Beginn ihrer eigentlichen Karriere. Am 3. März ist sie 18-Jährig geworden und darf damit endlich gleich viele Turniere spielen wie die Arrivierten. Ein grosser Vorteil: «Ich erhalte mehr Matchpraxis und der Druck ist etwas weniger gross. Vorher musste ich bei jedem Turnier gut spielen.»
Emmanuelle Gagliardi, als Weltnummer 46 so gut klassiert wie noch nie, nahm den Schwung aus dem Indian-Wells-Halbfinal mit und machte mit dem Deutschen Tennis-Model Jana Kandarr (WTA 77) beim 6:0, 6:3 kurzen Prozess.
Spaziergang für Hingis
Martina Hingis hatte ebenfalls einen problemlosen Einstieg: Die als Nummer 3 gesetzte Ostschweizerin brauchte nur 50 Minuten, um gegen Janet Lee aus Taiwan 6:1, 6:0 zu gewinnen und ihren 25. Einzelsieg zu erringen.
Ganz leichte Probleme hatte Hingis nur am Anfang, als sie zuerst einen Breakball abwehren musste und die gleichermassen couragierte wie limitierte Asiatin direkt danach auf 1:1 ausgleichen konnte. Nachher war Hingis der 26-Jährigen klar überlegen. «Ich bin mit sehr viel Selbstvertrauen ins Turnier gestiegen. Für das erste Spiel bin ich sehr zufrieden», kommentierte Hingis.
swissinfo und Agenturen
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