Fall Montesinos: Schweiz übergibt Bankunterlagen
Die Schweiz hat Peru Bankunterlagen übergeben, die von der Bezirksanwaltschaft Zürich sichergestellt wurden. In Peru wurden nach neuen Schweizer Hinweisen Untersuchungen gegen zwei prominente Personen aus dem Umfeld des untergetauchten Ex-Geheimdienstchefs Montesinos aufgenommen.
Wie das Bundesamt für Justiz am Samstag (21.04.) mitteilte, hat die Schweizer Botschaft in Lima den peruanischen Behörden am Freitag (19.04.) Bankunterlagen übergeben, welche von der Bezirksanwaltschaft IV des Kantons Zürich sichergestellt wurden. Diese ermittelt seit vergangenem Herbst wegen Geldwäscherei. Die Schweiz hat Peru die Dokumente im Rahmen des Rechtshilfeverfahrens im Fall des Ex-Geheimdienstchefs Vladimiro Montesinos übergeben.
Noch mehr blockierte Konten
Am Freitag war bekannt geworden, dass weitere Gelder aus dem Umfeld Montesinos in der Schweiz blockiert wurden. Dabei handelt es sich um Konten des Ex-Regierungschefs Victor Joy Way und des Ex-Armee-Kommandanten General Nicolas de Bari Hermoza. Victor Joy Way hatte 9,7 Mio. Dollar (16,5 Mio. Franken) auf Konten in der Schweiz. Das Guthaben Hermozas beläuft sich auf rund 14,5 Mio. Dollar (25 Mio. Franken).
Das peruanische Parlament leitete neue Ermittlungen ein, nachdem die Schweizer Behörden die Einfrierung der Guthaben der beiden Peruaner bestätigt hatten. Das Parlament vermutet, die Gelder stünden im Zusammenhang mit der Montesinos-Affäre.
Diese Guthaben seien im Zuge der Schweizer Ermittlungen in der Montesinos-Affäre entdeckt worden, erklärte Falco Galli vom Bundesamt für Justiz am Freitag gegenüber swissinfo. Für diese Gelder liegen noch keine Rechtshilfegesuche vor, meldete die Nachrichtenagentur AP. Laut Galli sind bis heute in der Schweiz im Zusammenhang mit der Montesinos-Affäre insgesamt 180 Mio. Franken blockiert worden.
Kopfgeld für Montesinos
Peru hat inzwischen für Hinweise zur Ergreifung von Montesinos umgerechnet 8,5 Mio. Franken Belohnung ausgesetzt. Die Regierung wolle alles unternehmen, um Montesinos vor Gericht zu stellen, erklärte der Innenminister Antonio Ketin Vidal.
Montesinos, dem unter anderem Drogengeschäfte, Bestechung und Waffenhandel vorgeworfen werden, tauchte im vergangenen November unter und wird in Venezuela vermutet. Er galt als Vertrauter des langjährigen autokratischen Präsidenten Alberto Fujimori und stand im Zentrum eines Korruptions-Skandals, der auch zur Absetzung Fujimoris führte.
swissinfo und Agenturen
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