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Fall «Regli»:Neue Vorwürfe aus Südafrika

Divisionär Peter Regli. Keystone

Das Militär-Departement prüft neue Vorwürfe gegen den ehemaligen Chef des militärischen Geheimdienstes Peter Regli. In seinem Prozess hatte der südafrikanische Militärarzt Wouter Besson ausgesagt, er habe mit Reglis Hilfe Drogen erworben, um Anti-Apartheid-Aktivisten kampfunfähig zu machen.

Informationschef Oswald Sigg bestätigte einen Bericht des «Tages-Anzeigers». Es werde geprüft, ob gewisse Vorwürfe aus Südafrika neu seien.

Der oberste Militärarzt aus Südafrikas Apartheid-Zeit, Wouter Basson, hatte jüngst in einem Prozess erklärt, er habe 1992 mit Hilfe von Regli in der ehemaligen Sowjetunion eine halbe Tonne der Droge Mandrax besorgt. Die Schweiz habe zudem Interesse am Kauf von nuklearem Material gehabt.

Sigg erklärte am Mittwoch (08.08.), dass es sich nicht um eine eigentliche Untersuchung handle. Geprüft werde vom Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungs-Schutz und Sport (VBS) lediglich, ob diese Vorwürfe aus Südafrika neu und glaubwürdig seien. Das Resultat soll in rund zehn Tagen vorliegen.

Regli dementiert

Der pensionierte Regli wies die von Basson gemachten Aussagen über den Mandrax-Handel, aber auch über eine angebliche Reise nach Südafrika gegenüber Radio DRS als «falsch und unzutreffend» zurück. Die Schweiz habe mit den geheimen Projekten Pretorias nichts zu tun gehabt und habe auch nichts davon gewusst.

Er beharrte auf seiner früheren Aussage, dass er Basson nur einmal Anfang der 90er Jahre in seinem Büro in Bern getroffen habe. Dass er nach Südafrika gereist sei, um Basson, der in der Schweiz in Untersuchungshaft sass, zu unterstützen, wies er zurück. In diesem Zusammenhang sei er nie ans Kap gereist, bekräftigte er.

Neue Untersuchung gefordert

Die Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im südlichen Afrika hatte am Montag eine neue umfassende Untersuchung der Geheimdienst-Beziehungen Schweiz-Südafrika gefordert. Die Prozess-Aussagen von Basson würden Regli schwer belasten.

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Südafrika während der Apartheid-Ära wurden bereits von einer Delegation der parlamentarischen Geschäfts-Prüfungs-Kommission untersucht. Der im November 1999 veröffentlichte Bericht sei verharmlosend und ungenügend, schreibt die Kampagne.

Regli wird zudem vorgeworfen, brisante Protokolle über geheimdienstliche Kontakte mit ausländischen Staaten beseitigt zu haben. Regli hingegen behauptete im Radio-Interview, dass diese Dokumente in den «Kassenschränken im Bundeshaus» vorhanden seien. Die Vernichtung sei eine Behauptung, die nicht stimme.

«Doktor Tod»

Basson alias «Doktor Tod» steht seit Monaten in Südafrika vor Gericht. Die 46 Anklage-Punkte reichen von Mord über Betrug bis illegalen Drogenbesitz. Er soll unter anderem Versuche mit Drogen wie Mandrax gemacht haben, um Anti-Apartheid-Aktivisten kampfunfähig zu machen.

swissinfo und Agenturen

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