Federer in Wimbledon out
Roger Federer hat in Wimbledon einen neuerlichen Exploit und die erstmalige Teilnahme an einem Grand-Slam-Halbfinal auf ärgerliche Weise verpasst. Der Basler unterlag dem Briten Tim Henman nach einer ausgeglichenen Partie 5:7, 6:7 (6:8), 6:2, 6:7 (6:8). Henman spielt nun gegen Goran Ivanisevic, den zweiten Finalisten ermitteln Andre Agassi und Patrick Rafter.
An diesen Mittwoch, den 4. Juli, wird Roger Federer wohl noch lange mit Wehmut zurückdenken. Schliesslich war die Gelegenheit, nach seinem Sensationserfolg gegen den siebenfachen Champion und Titelverteidiger Pete Sampras den Centre Court erneut als Sieger zu verlassen, absolut vorhanden.
In den Tiebreaks «gesündigt»
Die Niederlage wäre indes nur dann abzuwenden gewesen, wenn Federer die sich bietenden Chancen genutzt hätte. Die «grössten Sünden» beging er in den beiden Tiebreaks. In jenem des zweiten Durchgangs vermochte er gleich drei Möglichkeiten hintereinander nicht zum Satzausgleich zu nutzen, im vierten reichte ihm eine 5:2- Führung nicht, um Henman in einen fünften Umgang zu zwingen.
Dazu kam das Manko beim Verwandeln von Break-Chancen; deren acht von zwölf liess Federer ungenutzt. Dass Henman (drei Breaks aus neun Chancen) diesbezüglich nicht besser abschnitt, wird für Federer ein schwacher Trost sein.
«Natürlich bin ich sehr enttäuscht. Das ist doch nach all diesen verpassten Chancen nur normal. Auf diese Weise zu verlieren, ist schon ärgerlich. Ich bin heute ausser im zweiten Satz nicht wunschgemäss auf Touren gekommen», sagte Federer nach der drei Stunden und zwölf Minuten dauernden Partie.
Zusätzlich erschwert wurde seine Aufgabe durch die ab Beginn des dritten Satzes wieder schmerzenden Adduktoren. «Vor allem bei schnellen Bewegungen spürte ich die Verletzung wieder, doch massgebend war sie heute mit Sicherheit nicht».
Damit bleibt Marc Rosset vorerst der einzige Schweizer, der an einem Grand-Slam-Turnier bis in die Halbfinals vorgestossen ist. Die Runde der letzten vier hatte der Genfer vor fünf Jahren beim French Open in Roland Garros erreicht.
swissinfo und David Bernold, sda
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