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Federer’s Sydney-Traum geplatzt

Roger Federers Traum für einen Auftritt in Sydney ist wohl geplatzt. Keystone Archive

Roger Federer ist im Masters-Turnier in Paris in der 2. Runde ausgeschieden. Der Schweizer verlor gegen den Tschechen Jiri Novak mit 4:6, 7:6 und 6:7

Federer kann den Rechenschieber beiseite legen. Beim Masters-Series-Turnier in Paris-Bercy verlor der Baselbieter seine Startpartie gegen den Tschechen Jiri Novak (ATP 40) nach vergebenem Matchball in 118 Minuten 4:6, 7:6 (7:4), 6:7 (2:7). Federer wird damit in der übernächsten Woche beim Masters in Sydney nicht dabei sein.

Obwohl Federer nur selten wirklich überzeugen konnte, hatte er gegen den grundsoliden Gstaad-Sieger, durchaus seine Chancen, die grösste bei 5:4 und 40:30 im Entscheidungssatz. Federer rückte mit dem zweiten Aufschlag ans Netz vor, setzte dort aber einen mittelschweren Backhand-Volley ins Netz. Im Tiebreak führte er noch 2:1, ehe Novak die sechs letzten Punkte gewann.

Irgendwie war die Schlussphase symptomatisch für diesen Herbst: Im zweiten Satz konnte Federer eine 4:1-Führung nicht konvertieren und riskierte, schon bald zu verlieren. «Ich hatte Mühe, den Bällen den nötigen Drall zu geben. Zudem bin ich nach der deutlichen Final-Niederlage in Basel nicht gerade mit viel Selbstvertrauen angetreten» analysierte Federer sein Spiel.

Die Bilanz des Herbstes, sonst Federers Lieblings-Jahreszeit, fällt mit drei Startniederlagen in fünf Turnieren und nur 6:5 Matchgewinnen mässig aus. Beeinträchtigt wurde sie aber schon vorher durch die Leistenverletzung, die ihn nach Wimbledon zu einer längeren Pause zwang und damit eine effiziente Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte verunmöglichte. «Ich darf mit meiner Saison trotzdem zufrieden sein. Nachdem ich aber so lange in den Top Ten des Champions Race klassiert war, ist es jetzt schon ärgerlich, dass ich nicht nach Sydney kann.»

Ziele dennoch übertroffen

Trotz dieser nur mässigen zweiten Saisonhälfte darf Federer insgesamt tatsächlich sehr zufrieden sein. Die vor der Saison gesteckten Ziele hat er durchwegs erreicht oder sogar übertroffen: In Mailand gewann er sein erstes Turnier, im Davis Cup verlor er von sechs Matches nur jenen, den er gegen Nicolas Escudé praktisch verweigerte, und seine Single-Matchbilanz lautet 49:21. Zudem verbesserte er sich im Technischen Ranking von Platz 29 auf 13 und verringerte den Abstand zu den Top Ten von 940 auf derzeit 395 Punkte.

Über allem aber thront der Sieg gegen den siebenfachen Wimbledonsieger Pete Sampras, den er in dessen «ständiger Residenz» an der Church Road in einem «Krimi» besiegte, der in die Schweizer Sportgeschichte eingehen wird und Federer zu weltweiter Bekanntheit verhalf. «Das war ganz klar die stärkste Emotion», so Federer, der das Potenzial hat, diesem Exploit viele weitere folgen zu lassen.

swissinfo und Agenturen

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