FIFA vermarktet sich künftig (auch) selber
Das Dringlichkeits-Komitee der FIFA hat die Gründung einer eigenen unabhängigen Marketing-Agentur beschlossen. Der Fussball-Weltverband reagiert nach einer Krisensitzung am Mittwoch (18.04.) am FIFA-Sitz in Zürich auf den nur noch schwer zu verhindernden Konkurs der Schweizer ISMM-Gruppe.
Bei der Gründung der FIFA Marketing AG handelt es sich um eine Präventiv-Massnahme. Sollte der Konkurs der ISMM-Gruppe, an welche die FIFA die aussereuropäischen Fernseh-Rechte für die WM-Endrunden 2002 in Japan/Südkorea und 2006 in Deutschland sowie die weltweiten Marketing-Rechte vergeben hatte, definitiv werden, würden sämtliche Marketing-Rechte an die neu gegründete FIFA-Marketing AG übergehen.
Unberührt davon sind die europäischen TV-Rechte der nächsten WM, die die FIFA für 1,4 Mrd. Mark an die Münchner Kirch-Gruppe vergeben hatte. Sollte der Konkurs von ISMM endgültig werden, könnte das Münchner Unternehemen laut FIFA das TV-Paket für die übrige Welt für ebenfalls 1,4 Mrd. Mark übernehmen. Dies entspricht rund 1,1 Mrd. Franken.
Nur noch geringe Chancen
Der FIFA drohen durch die Schwierigkeiten der ISMM-Gruppe Einnahmeverluste von bis zu 2,25 Mrd. Franken. Für diese Summe hatte die FIFA die aussereuropäischen Fernsehrechte für die beiden nächsten WM-Endrunden sowie die weltweiten Marketingrechte an ISMM/ISL vergeben.
Im Zusammenhang mit diesen Problemen hat der Schweizer FIFA- Präsident Joseph Blatter den früheren FIFA-Pressechef Guido Tognoni als seinen persönlichen Berater zurückgeholt. Tognoni war im Januar 1995 bei der FIFA ausgeschieden.
Vor Wochenfrist hatte ein Konkursrichter des Kantons Zug den Antrag der ISMM-Gruppe auf Konkursaufschub abgewiesen. Noch für diese Woche hat das Schweizer Marketingunternehmen einen letzten Einspruch angekündigt. Dabei schätzen Experten die Chancen der ISMM-Gruppe auf Rettung nur gering ein. Das Unternehmen ist durch riskanten Sport-Rechtekauf in Existenznot geraten.
swissinfo und Agenturen
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