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Gegen sexuelle Ausbeutung

Zwei Mädchen, die sich in den Strassen des angolanischen Luanda prostituieren. Keystone Archive

In Yokohama hat der Weltkongress gegen die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern begonnen. Die Schweiz fordert im Umgang mit den Tätern "Null Toleranz".

«Die mutwillige Zerstörung junger Menschen und ihrer Zukunft darf nicht eine Stunde länger hingenommen werden», appellierte auch Unicef-Chefin Carol Ballamy an die Kongress-Teilnehmer. Fünf Jahre nach dem ersten Weltkongress in Stockholm nehmen erstmals auch Kinder und Jugendliche direkt an der Konferenz teil.

«Wir besprechen mit ihnen, was aus ihrer Sicht wichtig an Massnahmen wäre, um das Problem der sexuellen Ausbeutung von Kindern zumindest zu minimieren», sagte Christa Dammermann von terre des hommes.

Die Schweiz wird während des viertägigen Kongresses in Japan von Vertretern des Aussenministeriums, des Justiz- und Polizeidepartements (EJPD) und des Departement des Innern (EDI) vertreten.

Internationale Zusammenarbeit

Wie der Schweizer Delegationsleiter Jean-François Giovannini erklärte, soll angesichts der international operierenden Täter auf dem Kongress auch die weltweite Zusammenarbeit der Verfolgungsbehörden verbessert werden. Die Verbreitung von Pornographie mit Kindern im Internet mache diese Notwendigkeit besonders deutlich. Nach Polizeiangaben werden täglich 100 Internet-Seiten mit Kinder-Pornografie neu eröffnet.

Besonders mit den Ländern der Europäischen Union will die Schweiz die Zusammenarbeit verstärken. Die armen Länder, in denen Kinder im grossen Stil sexuell ausgebeutet werden, will die Schweiz durch finanzielle Hilfen in ihrem Kampf gegen Kinderprostitution und Kinderhandel unterstützen.

Folge der Armut

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) versuche zudem, im Rahmen ihres generellen Engagements die Ausbeutung von Kindern mindern zu helfen. «Kinderhandel und die Versklavung von Kindern sind oft eine Folge der Armut», erklärt Giovannini. So verkauften Eltern ihre Kinder nur aus äusserster materieller Not.

«DEZA-Programme zur ländlichen Entwicklung oder zur Gesundheitsförderung, welche die generelle Lebenssituation der Bevölkerung verbessern, tragen auch dazu bei, die Kinder vor solch schlimmen Situationen zu bewahren», sagt Giovannini.

Weltweit sind nach konservativen Schätzungen rund eine Million Kinder von sexuellem Missbrauch zu kommerziellen Zwecken betroffen. Experten gehen jedoch von bis zu fünf mal höheren Zahlen aus. Seit der Stockholmer Konferenz vor fünf Jahren stieg die Zahl der sexuell ausgebeuteten Kinder stetig.

An der Konferenz in Yokohama nehmen Vertreter von rund 120 Regierungen sowie von regierungsunabhängigen Organisationen teil. In den letzten fünf Jahren haben rund 50 Staaten Gesetze gegen Kinderprostitution verabschiedet oder entsprechende Programme gestartet.

swissinfo und Agenturen

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