The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast

Gesuche von Nazi-Opfern

Ehemalige Sklaven- und Zwangsarbeiter sollen Geld erhalten. Keystone Archive

Mehr als 500'000 Leidtragende des Naziterrors beantragen bei den zuständigen Institutionen Entschädigung. Die Meldefrist lief Ende Dezember ab.

Mehr als 290’000 Personen hätten sich bis zum Ablauf der Meldefrist bei der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Genf gemeldet, sagte der stellvertretende Direktor des Kompensations-Programms am Donnerstag in der Rhonestadt.

Die IOM führt die Auszahlung der Entschädigungen an bestimmte Holocaust-Opfer in zwei separaten Programmen durch. Im Rahmen des einen Programms beauftragte die deutsche Regierung die IOM mit der Auszahlung der Entschädigungen an nicht-jüdische Sklaven- und Zwangsarbeiter, die nicht in Tschechien, Polen oder einer Republik der ehemaligen Sowjetunion leben.

Die Opfer erhalten bis zu 15’000 Mark, wenn sie in Gefangenschaft waren, 5’000 Mark wenn sie Zwangsarbeit in einer Fabrik leisten mussten, und 2’000 Mark, wenn sie zur Arbeit in der Landwirtschaft gezwungen wurden.

Programm der Schweizer Banken

Das zweite Programm wurde nach dem Vergleich zwischen den Schweizer Banken und den Überlebenden des Holocaust ins Leben gerufen. In dessen Rahmen wurde die IOM beauftragt, nicht-jüdische Personen zu registrieren, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden oder in deutschen oder Schweizer Banken Zwangsarbeit leisten mussten.

Auch Personen, die an der Einreise in die Schweiz gehindert oder die in der Schweiz als Flüchtlinge misshandelt wurden, konnten einen Antrag einreichen.

Mehr als 10’000 Personen hätten davon bis jetzt Gebrauch gemacht, hiess es aus Genf. Die einzelnen Opfer sollen maximal 2’500 Dollar erhalten, wenn sie an der Schweizer Grenze zurückgewiesen wurden und 500 Dollar im Falle von Misshandlung als Flüchtlinge.

220’000 jüdische Gesuche

Bei der Claims Conference (CC) in New York seien bis zum Ablauf der Meldefrist rund 220’000 Gesuche von jüdischen Opfern des Nationalsozialismus eingegangen, sagte CC-Pressesprecherin Hillary Kessler-Goden. Die CC unterscheide aber nicht zwischen deutschen und Schweizer Zwangsarbeitern, sondern bezahle allen gewährten Gesuchen einen gewissen Betrag aus der Vergleichskasse.

Kessler-Goden erwartet, dass rund 180’000 Gesuche berücksichtigt werden. Rund 58’000 Opfer seien schon entschädigt worden. In der Kategorie der von der Schweiz abgewiesenen oder misshandelten Flüchtlinge gingen rund 4’500 Gesuche ein. Alle anderen Gesuche würden von verschiedenen nationalen Organisationen betreut, so Kessler-Goden.

Swissinfo und Agenturen

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft