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«Grand Slam» geschafft

Der Schweizer Skispringer Simon Ammann musste sich beim letzten Springen der Vierschanzen-Tournee mit dem 15. Rang begnügen. Keystone

Sven Hannawald hat die Vierschanzen-Tournee gewonnen und damit Sport-Geschichte geschrieben. Simon Amman war so gut wie seit 10 Jahren kein Schweizer.

Der 27-jährige Deutsche Hannawald siegte am Sonntag auch beim letzten der vier Springen in Bischofshofen. Erstmals in der 50-jährigen Geschichte des traditionellen Saison-Höhepunktes der Skispringer gewann damit ein Athlet alle vier Tournee-Stationen.

Hannawald siegte in Bischofshofen mit Schanzen-Rekord von 139 sowie 131,5 m und lag mit 282,9 Punkten vor dem Finnen Matti Hautamäki und dem Österreicher Martin Höllwarth. Der Schweizer Simon Ammann landete auf dem für ihn etwas enttäuschenden 15. Rang.

Ammann in Gesamtwertung auf Rang 6

Rund 35’000 Zuschauer und Zuschauerinnen, darunter die Hälfte aus Deutschland, bejubelten den «Grand Slam» des Skispringens. Der deutsche Bundestrainer Reinhard Hess verneigte sich im Auslauf stellvertretend für die Skisprung-Welt vor Hannawald.

Im Schlussklassement der Tourneewertung setzte sich Hannawald vor Hautamäki und Höllwarth durch. Ammann bleibt auf dem 6. Rang.

Am Samstag hatte Simon Ammann noch einen Trainingsdurchgang für sich entschieden. Als es dann für den 20- jährigen Toggenburger ernst wurde, hatte er nicht nur etwas Pech mit dem Wind (1. Durchgang), sondern verpatzte im Final auch seinen Sprung.

«Mit dem ersten Versuch bin ich sehr zufrieden. Das war mein bester Sprung in dieser Tournee», sagte Ammann, der auf 126,5 m segelte. «Im Final war ich dann extrem zu spät beim Absprung.» Damit kam er lediglich auf 114 m.

Zuversicht für Olympische Spiele

Sehr zufrieden mit seinem besten Springer im Stall war auch der Schweizer Trainer Berni Schödler: «Über die gesamte Tournee gesehen, ist es ein tolles Ergebnis von Simon. Dass er diese vier Springen so konstant hinter sich gebracht hat, gibt mir auch Zuversicht für die Olympischen Spiele. Simi hat gezeigt, dass er stressresistent ist.»

Der Gymnasiast, der heuer den ersten Teil der Matura ablegt, war bei seinem letzten diesjährigen Tournee-Auftritt auch nicht allein im Springerlager. «Auch Andreas und Sylvain waren da, so dass wir unsere gewohnte Vorbereitung machen konnten», sagte Schödler zum gut harmonierenden Team, in dem sich jeder für den andern auch freut und einsetzt.

Bestes Ergebnis seit 1992

Mit den Rängen 3, 5, 11 und und 15 schaffte Simon Ammann eine Serie, die seit 1992 kein Schweizer mehr erreicht hatte. Stefan Zünd war damals nach dritten Plätzen in Oberstdorf und Garmisch Gesamtsiebter geworden.1988 hatte Christian Hauswirth den 4. Gesamtrang belegt.

Am besten schnitt bis jetzt aus Schweizer Warte Walter Steiner ab. Der nun in Falun (Sd) lebende Olympia-Zweite von Sapporo belegte 1974 (hinter Hans-Georg Aschenbach) und 1977 (hinter dem früheren Schweizer Trainer Jochen Danneberg) jeweils den zweiten Platz.

Geschichtsbücher neu schreiben

Sven Hannawald hat sich mit seinem vierten Sieg in Serie an der 50. Tournee selbst zur Legende gemacht. Der 27-Jährige sorgte mit seinem fünften Saison-Erfolg und insgesamt elften Weltcup-Triumph dafür, dass die Geschichtsbücher dieser Sportart neu geschrieben werden müssen.

Er setzte sich nicht nur als 15. Deutscher überhaupt durch, sondern erreichte das, wovon sieben Springer vor ihm bloss geträumt haben: Nach Triumphen in Oberstdorf, Garmisch und Innsbruck mit einem Sieg in Bischofshofen noch das Tüpfelchen aufs i zu setzen.

swissinfo und Agenturen

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