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Grounding für Evelyne Leu

Aus der Olympiatraum: Evelyne Leu stürzte nach der Landung kopfüber in den Schnee. Keystone

Der Griff nach Gold ist für die Schweizer Skiakrobatin Evelyne Leu nach zwei Stürzen missglückt. Die Medaillenanwärterin wurde bloss Elfte.

Im Vergleich zur Qualifikation ging Leus hoher Poker nicht auf. Erneut war sie angetreten, dem Publikum zwei Paradesprünge zu präsentieren. Doch ihre Risikobereitschaft lohnte sich diesmal nicht: zweimal stürzte sie nach der Landung kopfüber in den Schnee.

Schon nach dem ersten misslungen Durchgang lag die mit Abstand beste Schweizer Freestylerin der letzten Jahre desillusioniert am Ende des steilen Abhangs. Beim Versuch, ihren etwas zu spät angesetzten Dreifachsalto mit zwei Schrauben beim Landemanöver zu korrigieren, wurde sie durch den Druck praktisch wegkatapultiert.

Obschon der Lapsus im Kampf um die Goldmedaille nicht mehr zu korrigieren war, liess sich die Baselbieterin zur lautstarken Freude des Publikums nicht davon abhalten, im zweiten Durchgang ihren Paradesprung zu riskieren. Der Ertrag fiel ernüchternd aus, weil ihr die Landung abermals gründlich missriet.

Erstmals keine Medaille

Die Fehlerquelle war im Schweizer Lager schnell eruiert. Der Anlauf sei zu kurz gewesen, die Geschwindigkeit beim Absprung dementsprechend um 1 km/h zu langsam. «Wir haben den Start dann um 2,5 m nach oben verlegt. Aber selbst diese Anfahrtslänge war nicht genügend», hielt Head-Coach Michel Roth in einer ersten Analyse fest.

Weil Leu ihre Salti in vergleichsweise grosser Höhe dreht, wirke sich ein zu knapp bemessener Anfahrtsweg fatal aus. «Wir haben den Start beim Einspringen festgelegt und waren uns ganz sicher, den richtigen Punkt fixiert zu haben», seufzte Roth, der erstmals ohne Schweizer Medaille von einem olympischen Skiakrobatik-Wettbewerb zurückkehren wird.

Wer viel riskiert, muss auch verlieren können

Vorzuwerfen brauchte sich Evelyne Leu trotz dem Missgeschick am Tag der Entscheidungen wenig. Schon im Vorfeld hatte sie mehrfach darauf hingewiesen, dass sie zwar höher springe als alle anderen Konkurrentinnen im Weltcup, sich dadurch aber auch mehr am Limit bewege als der Rest. «Ich würde beim nächsten Mal nichts ändern. Das Risiko bin ich bewusst eingegangen, weil ich gewinnen und nicht nur einfach mitspringen wollte».

swissinfo und Seven Schoch, SI

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