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IKRK: Ächtung von B-Waffen

Peter Herby erklärte, das IKRK habe mit seiner Initiative breite Unterstützung erhalten. swissinfo.ch

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat in Genf dazu aufgerufen, die Kontrollen im Bereich der Biotechnologie zu verstärken.

Die humanitäre Organisation befürchtet, dass die Biotechnologie für feindliche Zwecke missbraucht wird.

Der Appell des IKRK richtet sich sowohl an die Regierungen wie an die Biotechnologie- und Pharmaindustrie, an Vertreter der Wissenschaft und der Medizin.

Das IKRK fordert die Regierungen auf, 2003 eine politische Erklärung zu «Biotechnoligie, Waffen und Menschheit» zu verabschieden. Mit dieser Erklärung sollen die Staaten ihren Einsatz zur Respektierung des Genfer Protokolls von 1925 sowie der UNO-Konvention von 1972 bekräftigen, die biologische Waffen verbieten.

Bessere Gesetze und Verhaltenskodizes

Die Staaten sind zudem aufgefordert, ihre nationale Gesetzgebung zu verstärken. Von der Wirtschaft verlangt die Organisation dringend, Verhaltenskodizes einzuführen.

Die Tatsache, dass sich die Verhandlungen über einen Kontrollmechanismus der UNO-Konvention in einer Sackgasse befänden, beunruhige die Organisation sehr, erklärte der Verantwortliche für die IKRK-Initiative, Peter Herby.

An einer Expertentagung, die am Montag und Dienstag in Montreux stattfand, habe der Aufruf des IKRK zur Erarbeitung einer Erklärung «grosse Unterstützung» gefunden, sagte Herby. Obwohl eingeladen, war jedoch die Pharmaindustrie nicht vertreten.

Die humanitäre Organisation hofft, mit dieser Initiative, die Öffentlichkeit für die zunehmende Gefahr eines Krieges mit biologischen Waffen zu mobilisieren. Die Anthrax-Anschläge in den USA vor einem Jahr belegten die bestehenden Gefahren.

Nicht im Zusammenhang mit Irak

Die Lancierung des Appells stehe aber nicht in direktem Zusammenhang mit einem möglichen Krieg gegen Irak, erklärte Herby. Er habe keine Informationen über irakische Projekte für Massenvernichtungswaffen. Die biotechnologische Revolution könnte aber die absichtliche Verbreitung von Krankheiten begünstigen.

Herby betonte, die IKRK-Initiative sei nicht als Ersatz der Verhandlungen über ein neues Protokoll für einen Kontrollmechanismus der B-Waffen-Konvention gedacht. Da die USA ein Protokoll ablehnen, bestehe aber die Gefahr, dass Fortschritte in diesem Bereich dauerhaft blockiert würden.

swissinfo und Agenturen

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