IKRK nahm Abschied
Rund 1'000 Menschen haben am Mittwoch (02.05.) an einer Trauerfeier in Genf der sechs in Kongo ermordeten IKRK-Mitarbeiter gedacht. IKRK-Präsident Jakob Kellenberger würdigte den Einsatz der Opfer und verurteilte jene, die "Leben im Dienste des Lebens zerschlagen".
«Dass man mit dem Leben bezahlen muss, um Leben zu retten und menschliche Würde zu schützen, erzeugt das Gefühl einer nicht zu unterdrückenden Auflehnung», sagte Kellenberger in Genf in Anwesenheit der Familien der getöteten 36-jährigen Berner Krankenschwester Rita Fox-Stucki und des 54-jährigen Kolumbianers Julio Delgado.
Sie waren am vergangenen Donnerstag zusammen mit vier kongolesischen Mitarbeitern im Alter von von 29 bis 56 Jahren in der Provinz Ituri im Nordosten von Kongo erschossen und erschlagen worden. Die bisher unbekannte Täterschaft hatte den deutlich mit Rotkreuz-Emblemen markierten Hilfszug überfallen und massakriert.
Wo Menschenleben wenig zählen
Kellenberger erinnerte daran, dass die Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und anderer humanitärer Organisationen in gefährlichen Verhältnissen tätig seien, wo ein Menschenleben oft wenig gelte und Hass fast alles beherrsche.
Kraft gebe ihm in diesen Tagen nur die Auflehnung gegen alle, die alles zerstören wollten und nicht ein Mindestmass an menschlichen Verhaltensregeln achteten, sagte der IKRK-Präsident zu den Trauernden. Alexis Kabanga, Feld-Offizier für Gesundheit in Goma, hielt eine Trauerrede im Namen des kongolesischen Personals des IRKK im Osten der Demokratischen Republik Kongo.
Kein Hinweis auf die Täter
Das IKRK hat seine humanitäre Arbeit in der Region im Nordosten von Kongo-Kinshasa seit dem Massaker vom vergangenen Donnerstag eingestellt. Im übrigen Land hingegen wurde normal weiter gearbeitet. Das IKRK verfügt nach wie vor über keine Hinweise auf mögliche Täter.
Die humanitäre Organisation selber macht keine Nachforschungen und zählt auf Informationen der Behörden Kongos und Ugandas. Offenbar gibt es keine Zeugen des Überfalls auf die beiden IKRK-Fahrzeuge.
swissinfo und Agenturen
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