Krise zwischen der Schweiz und Libyen
Wegen der Klage gegen einen Sohn des libyschen Staatschefs Muammar Gadhafi in Genf hat Tripoli "beunruhigende Vergeltungsmassnahmen" eingeleitet. Dies gab das Schweizer Aussenministerium (EDA) bekannt.
Laut dem EDA wurden Schweizer Unternehmen in Libyen aufgefordert, ihre Büros zu schliessen. Zwei Schweizer Staatsangehörige seien in Libyen in Polizeihaft genommen worden. Der diplomatische Vertreter in der Schweiz wurde zurückbeordert.
Zudem musste die Fluggesellschaft Swiss ihre Verbindungen nach Tripoli auf Aufforderung Libyens aus «technischen Gründen» von drei auf einen Flug pro Woche reduzieren.
Aussenministerin Micheline Calmy-Rey protestierte am Dienstag in einem Telefongespräch mit ihrem libyschen Amtskollegen Abderraham Shalgan gegen die Massnahmen.
Bern richtete einen Krisenstab ein und entsandte eine diplomatische Delegation nach Tripoli. Schweizer Bürgern wird bis auf Weiteres von Reisen nach Libyen abgeraten.
Hannibal Gadhafi und seine Ehefrau sind in Genf wegen einfacher Körperverletzung, Drohung sowie Nötigung zweier Hausangestellten angeklagt. Sie waren letzte Woche festgenommen und zwei Tage später gegen Kaution freigelassen worden.
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