Letzte offizielle Reise
Seine letzte Staatsvisite als Bundespräsident führt Moritz Leuenberger nach Ungarn. Amtskollege Ferenc Madl hat ihn für zwei Tage eingeladen.
Thema der Gespräche in Budapest sind vor allem die Europäische Union, die bilateralen Beziehungen zwischen Ungarn und der Schweiz und der Balkan.
Keine Tabus
Nach übereinstimmender Einschätzung beider Seiten, sind die Beziehungen zwischen Ungarn und der Schweiz gut. «Es gibt zwischen den beiden Staaten keine Tabus, bekräftigt ein ungarischer Botschaftssprecher in Bern.
Die besonderen Beziehungen zwischen den beiden Ländern gehen auf das Jahr 1956 zurück, als schätzungsweise 13’000 ungarische Flüchtlinge nach dem sowjetischen Einmarsch in der Schweiz eine neue Heimat fanden.
Seit Beginn der Neunziger Jahre konzentrierte sich die Schweizer Hilfe auf die Länder des ehemaligen Ostblocks. Ein erheblicher Teil der insgesamt 700 Millionen Franken kamen Ungarn zugute.
Praktische Solidarität
Auch in jüngster Zeit bot die Schweiz Ungarn Unterstützung: Nach den Überschwemmungen im April 2000 beim Donauzuflusses Theiss und nach dem Zyanidunglück in einer rumänischen Goldmine, das auch ungarisches Gebiet verseuchte.
Europa, Terrorismus und der Balkan
Nach dem offiziellen Empfang Leuenbergers am frühen Dienstagnachmittag sollen die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Ungarn, die europäische Integration, der Kampf gegen den Terrorismus und die Lage auf dem Balkan zur Sprache kommen.
Ungarn hat 1994 bei der EU sein Beitrittsgesuch vorgelegt. Die Verhandlungen laufen seit 1998. Das von Budapest gewünschte Datum für den Beitritt ist 2004. Seit zwei Jahren gehört Ungarn auch dem NATO-Verteidigungsbündnis an.
«Diese Reise rundet unsere Bemühungen ab», erklärt Benedikt Wechsler, diplomatischer Berater des Bundespräsidenten. Die diesjährige Präsidentschaft habe den Schwerpunkt ihrer Aktivitäten auf die osteuropäischen Länder gelegt, die der EU beitreten wollen. «Wir sind daher sehr erfreut über die Einladung aus Ungarn.»
swissinfo und Agenturen
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