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Mehr Profis gegen Wirtschafts-Kriminelle

Hanspeter Uster war federführend bei der Einführung des Lehrgangs: Ein Traum sei wahrgeworden, sagte er. Keystone

Das nationale Nachdiplomstudium zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität ist am Montag (30.04.) an der Hochschule für Wirtschaft (HWV) in Luzern eröffnet worden. Damit wird eine Ausbildung mit internationalem Potenzial auf die Beine gestellt.

Initiiert wurde der neue Lehrgang von der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren unter der Federführung von Hanspeter Uster, Zuger Landammann und Chef der Zuger Justizdirektion. «Hier ist ein Traum tatsächlich wahr geworden», sagte Uster an der Eröffnung.

Uster wies hin auf das Ausbildungsmotto «ein Forum der Praxis für die Praxis». Das Nachdiplomstudium gebe zum Beispiel Untersuchungsrichtern das Know-How, richtig umzugehen mit Bananenschachteln voller Unterlagen. «Wir wollen nicht, dass die Schweiz zur Bananenschachtel-Republik wird», witzelte Uster.

Notwendigkeit unbestritten

Anwesend bei der Eröffnung war auch Justizministerin Ruth Metzler. Sie betonte vor den über 140 Gästen der Feier die Bedeutung des neuen Lehrgangs für die innere Sicherheit und den Wirtschaftsstandort Schweiz. «Es gibt keine Freiheit ohne Sicherheit», sagte Metzler. Sie wies auch auf den globalen Aspekt hin: die Ausbildung habe internationales Potenzial, meinte sie.

Von Seiten der Privatwirtschaft äusserte sich Urs Philippe Roth, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Schweizerischen Bankiervereinigung. Er verwies auf die aktuelle Diskrepanz zwischen gesetzgeberischen Ansprüchen und mangelnder Umsetzung in Sachen Wirtschaftskriminalität.

Neue Stellen beim Bund

Die neue und in der Schweiz bisher einmalige, dreisemestrige Ausbildung wendet sich an Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Verwaltungen des Bundes und der Kantone sowie privater Firmen: Banken, Versicherungen oder Treuhänder.

Die insgesamt 900 Lektionen werden berufsbegleitend in jeweils zweitägigen Blockveranstaltungen erteilt. Unterrichtet werden die Fächer Kriminalistik, Wirtschaft, Recht und Informatik. Die Kosten betragen 6’500 Franken pro Semester. Am 1. Juni und am 24. August starten in Luzern die ersten beiden Klassen mit je 24 Studierenden.

Die Absolventinnen und Absolventen des neuen Lehrgangs können später etwa in den Wirtschaftsabteilungen der Vollzugsbehörden eingesetzt werden, aber auch «präventiv» in der Privatwirtschaft. Laut Bundesrätin Metzler will auch der Bund bis in drei Jahren 485 neue Stellen in diesem Bereich schaffen.

swissinfo und Agenturen

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