Millar ist Startsieger in der Vuelta
Mit dem Briten David Millar setzte sich ein absoluter Spezialist für kurze Zeitfahren in der 1. Etappe der Spanien-Rundfahrt durch. Bester Schweizer war Alex Zülle auf Platz 32. Er hatte im Vorjahr die Startetappe noch als Sieger beendet.
Zülle ist in diesem Jahr in erster Linie deshalb in Spanien, um seinem Teamkollegen Fernando Escartin (Sp) zu einer guten Gesamtplatzierung zu verhelfen. Der Bergspezialist aus dem Team Coast beendete das Zeitfahren mit gut einer Minute Rückstand als 55.
«Als ich früher solche Prüfungen gewann, holte ich den entscheidenden Vorsprung jeweils auf den letzten vier, fünf Kilometern heraus», sagte Zülle. «Diesmal aber büsste ich im Finale Zeit ein. Aber das erstaunt mich nicht, bin ich doch bewusst in den letzten 15 Tagen keine Rennen gefahren. Die Form ist am Steigen.».
Eine Sekunde hinter Zülle landete Beat Zberg im 34. Rang. Fabian Jeker, der Gewinner der Portugal-Rundfahrt, verlor knapp anderthalb Minuten und wurde nur 109.
Gelungenes Comeback von Millar
Der auf Malta geborene Millar (24), der im Vorjahr den Prolog zur Tour de France gewonnen hatte, kam mit den Anforderungen auf dem kurvenreichen Stadtkurs am besten zurecht. In diesem Jahr war er als einer der grossen Favoriten am ersten Tag der Tour de France gestürzt.
Mit dem Sieg zum Start der Vuelta gelang dem Briten nun aber das Comeback. «Nach der missglückten Tour setzten wir alles auf die Vuelta. Und dies hat sich nun auf Anhieb bezahlt gemacht», sagte Millar.
Schärfster Konkurrent Millars war etwas unerwartet Botero, der im Jahr 2000 Bergkönig der Tour de France geworden war, aber nicht der Gilde der reinen Kletterer zuzurechnen ist. Dritter mit sechs Sekunden Rückstand wurde überraschend der nahezu unbekannte Amerikaner Levy Leipheimer aus dem Team von Lance Armstrong.
Erst auf den Plätzen 4 und 5 folgten Igor Gonzalez Galdeano und Joseba Beloki, die beiden Roller aus dem spanischen Once-Team. Ihr Mannschafts-Kollege und Teamcaptain Abraham Olano musste sich gar mit Rang 12 begnügen.
Oscar Sevilla bester Berg-Spezialist
Von den Berg-Spezialisten hinterliess Oscar Sevilla den besten Eindruck. Der Spanier büsste auf dem Roller-Kurs bloss 35 Sekunden ein. Vorjahressieger Roberto Heras (Sp) erreichte das Ziel in der gleichen Zeit wie Zülle.
Richard Virenque (Fr) startete als 83. zur ersten grossen Rundfahrt nach seiner achtmonatigen Dopingsperre. Marco Pantani (It) schliesslich beendete das Zeitfahren als 148. Von den zahlreichen Sturzopfern erwischte es Marcos Serrano (Sp) mit einem Schlüsselbeinbruch am schlimmsten.
swissinfo und Daniel Good (sda)
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