Misstöne wegen Armenier-Frage
Die türkische Regierung ist verärgert über ein neues Postulat im Schweizer Nationalrat, das die Anerkennung des Völkermords an den Armeniern 1915 fordert.
Der Minister für Aussenhandel, Tuncay Toskay, forderte die Schweiz auf, alles daran zu setzen, damit die guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern beibehalten werden könnten.
Bei einem Treffen mit dem Schweizer Wirtschafts-Minister Pascal Couchepin in Ankara sagte Toskay weiter, der «so genannte» Völkermord sei nicht Sache der Politik. Vielmehr sollten Historiker darüber befinden.
In diesem Punkt pflichtete Couchepin seinem Gesprächspartner bei und betonte erneut, die Regierung werde die Ereignisse von 1915 im Osmanischen Reich nicht kommentieren.
Vor einer Woche war im Nationalrat ein Postulat eingereicht werden, welches die Anerkennung des Völkermords durch die grosse Kammer erreichen möchte. Vor einem Jahr scheiterte ein Postulat knapp, welches die Anerkennung durch den Bundesrat zum Ziel hatte (siehe Links).
Der Völkermord an den Armeniern durch das türkische Regime während des Ersten Weltkrieges hat Schätzungen zufolge zwischen 600’000 und 1,5 Millionen Menschen das Leben gekostet. Verschiedene Staaten haben den Genozid anerkannt.
swissinfo und Agenturen
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