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Moritz Leuenberger besucht Ungarn

Bundespräsident Moritz Leuenberger (links) im Gespräch mit seinem ungarischen Amtskollegen Ferenc Madl. Keystone

Ungarn hat zum ersten Mal in seiner Geschichte einen Schweizer Bundespräsidenten empfangen: Moritz Leuenberger weilt auf Staatsbesuch in Budapest.

Dabei sprachen sich Bundespräsident Leuenberger und sein ungarischer Amtskollege Ferenc Madl am Dienstag für ein föderalistisches Europa aus, das die Rechte der Minderheiten verteidigt.

«Auch wenn die Schweiz und Ungarn nicht den gleichen Weg nach Europa nehmen, tun sie das unter dem gleichen Vorzeichen», erklärte Leuenberger zu Beginn seines zweitägigen Staatsbesuchs in der ungarischen Hauptstadt Budapest. Damit bezog er sich auf die Kultur- und Sprachenvielfalt in beiden Staaten.

«Wir sind sehr erfreut, dass ein Land wie Ungarn diese Werte und diese Vision für die Europäische Union verteidigt», sagte Leuenberger. Er betonte, dass es für die EU zudem wichtig sei, sich für den Frieden auf dem Kontinent einzusetzen. Der Frieden sei ein weiterer Wert, der die Schweiz mit Ungarn verbinde.

Der ungarische Präsident Ferenc Madl informierte Leuenberger über den Stand der Integrations-Bestrebungen Ungarns und der EU. Ungarn hat sein Beitrittsgesuch 1994 vorgelegt und mit den Verhandlungen 1998 begonnen. Ungarn hoffe, der EU im Jahr 2004 beitreten zu können. Zur NATO gehört Ungarn seit dem Jahr 1999.

Sehr wichtige Rolle

Die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Ungarn waren ein weiteres Thema der offiziellen Gespräche in Budapest. «Die Schweiz hat im Demokratisierungs-Prozess unseres Landes seit dem Zusammenbruch des Kommunismus eine sehr wichtige Rolle gespielt», betonte Madl. «Dieser Besuch ist die Krönung unserer exzellenten Beziehungen, die wir weiter zu vertiefen hoffen.»

Der ungarische Präsident erinnerte an die Bedeutung der freundschaftlichen Beziehung in der jüngsten Geschichte des osteuropäischen Landes. In der Zeit der Niederschlagung des Ungarn-Aufstandes durch die Sowjetarmee im Jahr 1956 flohen ungefähr 13’000 Ungarn in die Schweiz.

Im Bereich der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen den zwei Ländern gebe es noch «ein grosses Potenzial», darin waren sich Madl und Leuenberger einig. Ungarn und die Schweiz wollen auch ihre kulturelle Zusammenarbeit verstärken. Er würde sich wünschen, dass sich das Büro der Kulturstiftung Pro Helvetia in Budapest in ein Schweizer Kultur-Institut umwandeln würde.

Letzte offizielle Reise als Bundespräsident

Ungarn empfängt zum ersten Mal einen so hochrangigen Gast aus der Schweiz. Bern hatte 1997 den damaligen ungarischen Präsidenten Arpad Goncz zu einem Staatsbesuch empfangen. Die Visite in Ungarn ist Leuenbergers letzte offizielle Reise als Bundespräsident.

swissinfo und Agenturen

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