Nach Anschlägen: Vasella kritisiert Behörden
Novartis-Chef Daniel Vasella wirft den Schweizer Behörden vor, zu wenig entschlossen gegen den "Terror" der Tierschutzorganisation SHAC vorgegangen zu sein. Anfang August war der Novartis-Chef Opfer zweier indirekter Attacken geworden.
Die Extremisten der britischen Tierschutzorganisation SHAC liessen am 3. August Vasellas Jagdhaus im österreichischen Bach in Flammen aufgehen. Auch schändeten sie die Gräber von Vasellas Mutter und Schwester in Chur.
Angriffe gebe es seit Jahren, sie hätten sich nur verschärft, sagte Vasella im SonntagsBlick. «Die Frage ist immer, wie schwer eine Bedrohung werden muss, bevor sie ernst genommen wird. Die Versuchung ist gross, zu bagatellisieren, zu verniedlichen und zu ‚verstehen‘.»
Im Fall der britischen Tierschutzorganisation Stop Huntingdon Animal Cruelty (SHAC) sei das Vorgehen in den USA oder in Grossbritannien bisher viel dezidierter gewesen als in Deutschland und der Schweiz.
«Für mich ist es Terror, gezielt Angst zu verbreiten, gezielt Leute unter Druck zu setzen mit allen möglichen und vor allem illegalen Mitteln», sagte Vasella.
Jürg Bühler, Direktor des Dienstes für Analyse und Prävention (DAP, ziviler Inlandnachrichtendienst der Schweiz), erklärte in der NZZ am Sonntag, dass militante Tierschützer nach geltendem Gesetz zum gewalttätigen Extremismus gehörten.
Terror müsse sich gegen den Staat oder die Gesellschaft an sich richten, was hier nicht der Fall sei. Zu den Aktivitäten in der Schweiz machte er keine genaueren Angaben. Es seien aber lose Zusammenschlüsse von Aktivisten. Laut Bühler muss mit weiteren Anschlägen gerechnet werden. Die möglichen Ziele seien sehr zahlreich.
swissinfo.ch und Agenturen
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