Nef gewinnt in Maribor
Sonja Nef hat das erste Weltcup-Rennen des Jahres 2002 gewonnen: Den Riesenslalom im slowenischen Maribor.
Maribor, wo schon Vreni Schneider nicht weniger als sieben Mal gewann, bleibt auch für Sonja Nef ein gutes Pflaster: Hier fuhr sie 1996 erstmals in ihrer Karriere aufs Podest (Zweite hinter Katja Seizinger), hier gewann sie schon im letzten Winter, und hier fand sie nun auch wieder zum Siegen zurück, nachdem sie vor Silvester in Lienz erstmals seit Januar 2000 wieder ausgefallen war.
In Maribor bei klirrender Kälte (bis -10 Grad) war Sonja Nef schlicht eine Klasse für sich, was sie mit Bestzeiten in beiden Läufen unterstrich. Überlegen kam sie zu ihrem 13. Weltcupsieg, dem 11. in der Sparte Riesenslalom.
Riesenvorsprung
Schon im Oktober in Sölden und im November in Copper Mountain hatte Sonja Nef nach dem ersten Durchgang geführt, doch in beiden Fällen wurde sie noch von der Spitze verdrängt.
Bei ihrem bisher einzigen Saisonsieg in Val d’Isère hatte sie bei Halbzeit auf Platz 2 gelegen. In Maribor triumphierte die Appenzellerin letztlich mit einem Vorsprung von 1,53 Sekunden auf die Zweitplatzierte.
Noch überlegener hat sie selbst in ihrem Erfolgswinter der letzten Saison nur einmal gewonnen: Beim Finale in Are, wo sie die zweitplatzierte Anja Pärson um 1,79 Sekunden hinter sich liess. «Wenn man mit solch einem Vorsprung siegen kann, gibt das schon Selbstvertrauen für die weiteren Rennen», war sich Sonja Nef sicher. Aber sie gab auch zu: «Viel besser als in diesem zweiten Lauf kann ich kaum mehr fahren.»
Zufrieden mit ihrem 7. Platz war auch Corinne Rey-Bellet, die im bisherigen Winter mit guten Leistungen in einzelnen Läufen schon verschiedentlich angedeutet hatte, dass sie zu einem Spitzenplatz im Riesenslalom weiterhin fähig ist.
Dritte war sie beispielsweise in Sölden nach dem ersten Lauf, aber nie kam sie zweimal ohne gröberen Patzer durch. Rang 21 war ihr bisher bestes Ergebnis im Riesenslalom. «Zu einem Rang ganz vorne fehlt noch die letzte Sicherheit, aber Maribor war jetzt hoffentlich so etwas wie ein Anfang», meinte die Walliserin. An einem Podestplatz war sie aber dennoch schon recht nahe dran: Es fehlten ihr lediglich 28 Hundertstel.
Lilian Kummer mit Stillstand
Lilian Kummer, die überraschende Siegerin von Lienz, erlebte indes eine herbe Enttäuschung. «Ich geriet leicht in Rücklage, der Ski biss sich fest, und da war es auch schon vorbei», schilderte die Walliserin ihr Malheur des ersten Laufes, bei dem sie beinahe zum Stillstand gekommen war.
Sie schied zwar nicht aus und kam ins Ziel, doch als 37. verpasste sie die Qualifikation für den zweiten Lauf ebenso wie Junioren-Weltmeisterin Fränzi Aufdenblatten (33.) oder Marlies Oester (35.). Aufdenblatten fehlten letztlich nur vier Hundertstel.
Die heissblütigen Zuschauer in Maribor hatten übrigens diesmal an Sonja Nef nicht so Freude wie gewohnt. Denn die Ostschweizerin verdrängte mit ihrer Fahrt die überraschende Slowenin Tina Maze, die in ihrer Heimat als ganz grosses Talent gilt von der Spitze.
swissinfo und Werner Eisenring, sda
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