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Neue Geldstrafe für Roche

Der Pharma-Konzern musste im Lizenz-Streit mit dem US-Unternehmen Igen vor Gericht eine Niederlage einstecken. swissinfo.ch

Der Schweizer Pharma-Konzern Roche ist erneut mit einer Millionen-Busse in den USA konfrontiert.

Ein US-Bundesgericht in Maryland verurteilte Roche im Lizenz-Streit mit dem US-Unternehmen Igen zu einer Strafe von 505,4 Mio. Dollar (839 Mio. Franken). Roche kündigte umgehend Rekurs gegen die Entscheidung an.

Gemäss der in Basel veröffentlichten Roche-Mitteilung liegt der Betrag mit den rund 505 Mio. Dollar klar unter den zuvor an den Finanzmärkten herumgebotenen Schätzungen. Die Londonder «Financial Times» hatte Anfang Woche Analysten zitiert, die von bis zu 1,5 Mrd. Dollar sprachen. Der vom Gericht nun festgelegte Betrag entspricht laut «Neue Zürcher Zeitung» etwa 65% des gesamten Martkwerts von Igen.

Igen hatte Roche Diagnostics vorgeworfen, die von den zwei Unternehmen 1992 abgeschlossene Lizenz-Vereinbarung verletzt und der Firma zu geringe Lizenzgebühren entrichtet zu haben. Roche Diagnostics bestreitet diese Vorwürfe.

Lizenz im Vordergrund

Der Basler Konzern ist überzeugt, dass entsprechend gängiger Gerichtspraxis in den USA in zweiter Instanz die Strafe deutlich reduziert wird. In erster Linie wolle Roche aber mit der Berufung für die Lizenz für die ECL-Technologie von Igen kämpfen, wie Diagnostics-Chef Heiner von Prondzynski sagte.

Nach dem Entscheid der Geschworenen kann das US-Gericht Igen erlauben, den Lizenzvertrag aufzulösen, weil Roche Diagnostics teils in schwerwiegender Weise gegen einzelne darin enthaltene Bestimmungen verstossen habe.

Rückstellungen reichen aus

Die für den seit Jahren schwelenden Lizenzstreit vorgenommenen Rückstellungen sollten laut dem Diagnostic-Chefs ausreichen. Sie würden jedoch mit Blick auf die Berufung überprüft.

Zweiter Entscheid

Schon im August des vergangenen Jahres hatte der zuständige Richter im US-Bundesbezirksgericht in Maryland in zwei der vier Anklagepunkte zu Gunsten von Igen entschieden.

Er urteilte, die Firma habe Recht mit ihrer Behauptung, Roche Diagnostics habe die Lizenz-Vereinbarung gebrochen, als die Roche-Tochter einen Patentprozess mit einer Drittpartei ohne die Zustimmung von Igen aussergerichtlich beilegte.

Happige Busse im Dezember

Erst im Dezember war Roche (zusammen mit vier anderen Unternehmen) von der EU-Kommission zu einer Busse von 92,6 Mio. Franken verurteilt worden. Dabei war es um Preisabsprachen für Zitronensäure im EU-Raum gegangen.

Und zwei Wochen zuvor hatte die EU-Kommission Roche wegen verbotener Preisabsprachen bei Vitamin-Präparaten zur Zahlung von 672 Mio. Franken aufgefordert.

Börse reagiert verhalten

Die Schweizer Börse reagierte verhalten auf den Gerichtsentscheid . Der Kurs des stimmrechtslosen Roche-Genussscheins schwankte im Morgengeschäft zwischen dem Vorabendkurs von 113,5 und 115,25 Franken. Die Namenaktie pendelte um den Vorabendkurs von 133,5 Franken.

swissinfo und Agenturen

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