Olympia-Team vorselektioniert
Zwei Monate vor den Winterspielen in Salt Lake City hat Coach Ralph Krueger 17 Spieler ausgewählt. Noch nicht dabei sind von Arx und Demuth.
Das erste Olympia-Aufgebot von National-Coach Ralph Krueger beinhaltet wenige Überraschungen. Vorzeitig selektioniert wurden drei Torhüter (Aebischer, Gerber, Weibel), sechs Verteidiger (Keller, Salis, Seger, Steinegger, Streit, Sutter) und acht Stürmer (Aeschlimann, Conne, Crameri, Della Rossa, Jeannin, Jenni, Plüss, Rötheli). Noch zu vergeben sind sechs Plätze – an zwei Verteidiger und vier Stürmer.
Bessere Vorbereitung dank früher Selektion
Von der frühen Selektion erhofft sich Ralph Krueger Positives: «Wir verhindern damit ein emotionales Hoch der gesamten Truppe kurz vor den Spielen. Jetzt, wo die Spieler wissen, dass sie in Salt Lake City dabei sein werden, können sie sich physisch und psychisch optimal vorbereiten. Wir können auch etwas Einfluss nehmen auf ihr Training, insbesondere auf Krafttraining und Regeneration während den fast zwei Wochen ohne Meisterschaftsspiele über Weihnachten.»
Aufsteiger Rötheli
«Aufsteiger» der Saison innerhalb des Nationalteams ist ohne Zweifel Lugano-Stürmer André Rötheli (31). Letzte Saison schied er nicht als Letzter aus dem Kader für die WM in Deutschland aus; nun ist er einer der ersten, die ihr Olympiaticket auf sicher haben.
Krueger über Rötheli: «Es war in diesem Jahr eine Freude, mit ihm zusammenzuarbeiten. Im Sommer haben wir sein Training überprüfen lassen. Im November spielte Rötheli genau so, wie wir es von ihm erwarteten. Er hat uns defensiv nicht geschadet und offensiv produziert. Mit seiner Genialität und Natürlichkeit ist er für die National-Mannschaft in der Offensive ein grosser Gewinn. Zudem war er vor jedem Training und Spiel immer der erste in der Kabine. Er hat ganz klar seinen Traum gesehen und alles dafür getan. Und ich mag solche Träume… Ausserdem bringt Rötheli Reife und Erfahrung in die Nationalmannschaft.»
Für Rötheli wird der «olympische Traum» zum zweiten Mal wahr: Er war schon 1992 in Albertville dabei, wo die Schweiz letztmals an Olympia mitspielte (und damals mit Platz 11 bitter enttäuschte).
Absteiger von Arx
Röthelis frühe Selektion ist keine Überraschung. Schon eher unerwartet kam Kruegers frühe Wahl von Patric Della Rossa, der gemeinhin als Wackel-Kandidat galt.
Ausserdem überrascht, dass mit Ausnahme von Torhüter Lars Weibel die Spieler des mit sieben Punkten Vorsprung die Tabelle anführenden HC Davos alle um ihre Plätze bangen müssen: Weder Mittelstürmer Reto von Arx, der in St. Petersburg 2000 bei seiner letzten WM-Teilnahme noch Captain war, noch Michel Riesen, Patrick Fischer oder Thierry Paterlini haben ihr Ticket im Sack.
Ambri-Spieler Demuth noch nicht Top
Noch nicht aufgeboten wurde ausserdem Alain Demuth (Ambri), der in den letzten drei Jahren im Nationalteam als sicherer Wert galt. Krueger: «Ich habe mich nicht gegen jemanden entschieden, sondern für die 17 Spieler, die jetzt nominiert wurden. Wir dürfen auch nicht damit rechnen, dass alle 17 gesund bleiben. Die aufgebotenen 17 haben mich überzeugt, die anderen waren noch nicht unter den Top-17.»
Flügel Demuth und Center von Arx sind zweifellos erste Anwärter für zwei der noch sechs freien Plätze, die der Nationalcoach Mitte Januar vergeben wird – zumal Ralph Krueger noch an jedes Turnier fünf Mittelstürmer mitgenommen hat. Weiterhin Kandidaten für eine Selektion bleiben Goran Bezina (Springfield Falcons) und Julien Vauclair (Grand Rapids), die in Nordamerika in der Minor League (AHL) spielen.
swissinfo und Rolf Bichsel (Si)
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