Paolo Savoldelli gewinnt Prolog zur Tour de Romandie
Das Wetter hat die Absichten der Favoriten am Dienstag (02.05.) beim Prolog zur Tour de Romandie in Locarno (TI) durchkreuzt. Der Sieg ging an den früh gestarteten Italiener Paolo Savoldelli. Die Favoriten wurden Opfer des Regens und des Windes.
Vorjahressieger Laurent Jalabert büsste als 51. schon 28 Sekunden ein; der Westschweizer Laurent Dufaux verlor auf dem 6,5 km langen Stadtparcours mit einigen engen Kurven, aber auch langen Geraden noch zwei Sekunden mehr.
Für den mit grossen Ambitionen gestarteten Dufaux könnte sich das Verdikt im Tessin negativ auf den weiteren Verlauf der Tour de Romandie niederschlagen, denn Savoldelli ist ein Teamkollege des Westschweizers.
Savoldelli, der erstmals in seiner Karriere eine Prüfung gegen die Uhr gewonnen hat, ist kein Nobody. Er beendete den Giro d’Italia im vergangenen den Giro d’Italia als Zweiter. «Zwischen Dufaux und mir wird es keine Probleme geben», sagte Savoldelli.
«In den Bergen wird der Stärkere den Vortritt haben. Der Giro ist zwar in dieser Saison mein Hauptziel. Aber ich werde hier die sich bietenden Gelegenheit nutzen, denn ich bin nicht so stark, dass ich jetzt sagen kann, ich werde den Giro gewinnen.» Vor einem Jahr war der Italiener in der Tour de Romandie Gesamtvierter geworden.
Savoldelli verwies im Prolog die beiden Spanier Angel de la Pena und Inigo Cuesta um die deutliche Spanne von je elf Sekunden auf die Ehrenplätze. Dem zweitklassierten De la Pena, einem Teamkollegen von Laurent Jalabert, gelang ein erstaunliches Comeback, nachdem er nach einem Oberschenkelbruch in der Dauphiné- Rundfahrt 1997 mehr als zwei Jahre um den Anschluss gekämpft hatte.
Auf Platz 4 folgte mit Pavel Padrnos erneut ein Fahrer aus dem Saeco-Team von Savoldelli und Dufaux. Platz 5 holte sich überraschend der Deutsche Dirk Müller aus dem Post Swiss Team. Bester Schweizer war Roland Meier, der mit 17 Sekunden Rückstand Platz 13 belegte.
Dufaux blieb noch hinter Christian Heule und Marcel Strauss und landete abgeschlagen auf Platz 64. «Natürlich ist das eine Enttäuschung», sagte der 31-jährige Waadtländer. «Aber bei diesen Verhältnissen war nicht mehr möglich.»
Noch vor dem Prolog hatte Dufaux erklärt, sogar noch besser in Form zu sein als 1998, als er das Prolog-Zeitfahren und schliesslich auch das Gesamtklassement gewonnen hatte. In der gleichen Zeit wie Dufaux durchmass Tour-de- Suisse-Sieger Francesco Casagrande den Kurs.
Dass sie ihre Ambitionen ganz auf den Giro d’Italia ausgerichtet haben und in der Schweiz nicht unnötig Kräfte lassen wollen, zeigten Ivan Gotti (It) und Pawel Tonkow (Russ), die sich in den letzten Zehn des Klassements wiederfanden. Der aktuelle und der ehemalige Giro-Sieger waren allerdings ebenfalls durch den Regen handicapiert.
Schon die erste Etappe führt das Feld heute (Mittwoch) auf den höchsten Punkt der diesjährigen Tour. Knapp 150 km vor dem Ziel in Le Bouverert am Genfersee passieren die Fahrer von der italienischen Seite her den Simplonpass (2005 m ü.M.).
swissinfo und Agenturen
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