Pfarreirat will Kirche räumen lassen
Der Pfarreirat von St. Paul in Freiburg lässt sich auf keine weiteren Diskussionen mit den Papierlosen, den sans-papiers, mehr ein. Das Gremium wollte am Dienstag die Räumung beantragen, nachdem die Besetzer einen letzten Kompromiss-Vorschlag abgelehnt hatten. Ob und wann die Kirche mit den 84 Aktivisten geräumt wird, blieb vorerst unklar.
Die Papierlosen lehnten am Dienstagmorgen (21.08.) nach 78 Tagen Besetzung der Pfarrei-Räumlichkeiten den ultimativen Vorschlag des Pfarreirats ab, die Aktion mit noch fünf Personen in der Kirche symbolisch fortzusetzen. Sie verlangten stattdessen, dass mindestens 30 Personen bis zum 17. September, dem Auftakt der Herbstsession der Eidgenössischen Räte, vor Ort bleiben dürften.
Sie machten unter anderem geltend, dass 21 von ihnen sowieso keine Unterkunft mehr hätten. Jean Kunz vom Unterstützungskomitee der Papierlosen betonte, dass die kollektive Regelung für die 84 Papierlosen auf jeden Fall weiterhin angestrebt werde, und zwar auf friedliche Weise.
Kompromiss gescheitert
Pfarreirats-Präsident Etienne Gruber stellte am Dienstag lediglich fest, dass der zusammen mit dem Bischof gefasste Kompromissvorschlag gescheitert sei. Er werde bei den Behörden beantragen, die bereits am vergangenen 23. Juli verlangte Räumung zu vollstrecken.
Der zuständige Oberamtmann des Saanebezirks, Nicolas Deiss, teilte am Dienstagnachmittag mit, er warte noch die Stellungnahme des Pfarreirats ab. Er hatte eine Räumung immer vom Willen des Pfarreirats abhängig gemacht. Die Freiburger Regierung will am Mittwoch (22.08.) an einer Pressekonferenz zur Frage der Papierlosen Stellung nehmen.
swissinfo und Agenturen
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