Revanche fürs Australian Open missglückt
Martina Hingis ist die Revanche für die Niederlage im diesjährigen Australian-Open-Final missglückt. Die Weltranglisten-Leaderin verlor gegen die Amerikanerin Jennifer Capriati auch das Endspiel des Sandplatzturniers in Charleston, South Carolina (USA).
0:6, 6:4, 4:6 — mit der zweiten Niederlage in der siebten Begegnung mit Jennifer Capriati ist Martina Hingis abermals beim Versuch gescheitert, ohne die Betreuung und das Coaching ihrer Mutter und Trainerin Melanie Molitor ein Turnier erfolgreich zu gestalten. Im Vergleich zur «Abfuhr» in der ersten Runde des Wimbledon-Turniers 1999 gegen Jelena Dokic und zur klaren Niederlage in der vergangenen Woche in Amelia Island gegen Arantxa Sanchez zeigte sie wohl deutlich bessere Leistungen — für die erfolgsverwöhnte Schweizerin, die seit nunmehr zwei Monaten, seit ihremTriumph von Ende Februar in Dubai, auf einen weiteren Titel wartet, wird dies indes nur ein schwacher Trost sein.
Martina Hingis zeigte vorab im Startsatz, der lediglich 18 Minuten dauerte, eine indiskutable Leistung. Dem druckvollen Spiel von Jennifer Capriati hatte sie nichts entgegenzusetzen. Sie agierte viel zu passiv, produzierte ungewohnt viele sogenannt leichte Fehler und musste sich von der Amerikanerin in einem Masse dominieren lassen, in dem sie selber normalerweise das Spielgeschehen zu diktieren pflegt. Der sechste Satzverlust ohne Spielgewinn war die logische Folge davon. Die «Höchststrafe» hatte Martina Hingis zuvor schon in ihrem allerersten Endspiel auf der WTA-Tour 1995 in Hamburg gegen Conchita Martinez, 1996 im «Abnützungskampf» beim Masters in New York gegen Steffi Graf (zweimal) sowie im vergangenen Jahr in Indian Wells gegen Lindsay Davenport und in Montreal gegen Serena Williams hinnehmen müssen.
Wie in der kanadischen Metropole, die sie trotz des verpfuschten Beginns doch noch als Siegerin verliess, schien Martina Hingis auch diesmal das Ruder noch herumreissen zu können. Nach dem gewonnenen zweiten Satz nahm sie der Amerikanerin auch gleich zu Beginn desEntscheidungsdurchgangs den Aufschlag ab. Die Hoffnung war indes nur von kurzer Dauer, denn Jennifer Capriati fand schnell ihren Rhythmus wieder und gewann die folgenden fünf Spiele. Martina Hingis verkürzte zwar noch einmal auf 4:5, doch nach einer Stunde und 53 Minuten war der Traum vom 39. Titel endgültig zu Ende. Capriati verwertete ihren zweiten Matchball.
Nach ihrem elften Turniersieg insgesamt (und dem zweiten in diesem Jahr) wird Jennifer Capriati im neuen, heute Montag erscheinenden Ranking um eine Position an die vierte Stelle vorrücken und damit so gut klassiert sein wie noch nie in ihrer bislang so turbulent verlaufenen Karriere.
swissinfo und Agenturen
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