Ruanda wünscht mehr Hilfe
Die Unterstützung für das zentralafrikanische Land Ruanda stand im Zentrum der Gespräche zwischen Aussenminister André Bumaya und Bundesrat Joseph Deiss in Bern.
André Buyama kam am Freitag zu einem offiziellen Arbeitsbesuch in die Schweiz. Themen beim Treffen mit seinem Schweizer Amtskollegen waren die bilateralen Beziehungen, die innere Lage in Ruanda sowie die Konflikte in der afrikanischen Region der grossen Seen.
Aussenminister Buyama dankte Deiss für das Schweizer Engagement in Ruanda. Er hoffe, dass sich das Programm für Entwicklung und Zusammenarbeit nach der derzeitigen Übergangsperiode in seinem Land wieder auf dem Niveau vor dem Völkermord von 1994 einpendeln möge.
Er verwies auf die Bemühungen seiner Regierung, die sozialen Bedingungen in Ruanda zu verbessern. Auch auf politischer Ebene seien Fortschritte zu verzeichnen. So werde eine Verfassung ausgearbeitet, über die die Bevölkerung nächstes Jahr abstimmen könne. Für 2003 seien Parlaments- und Präsidentschaftswahlen vorgesehen.
Vermehrt wirtschaftlich unter die Arme greifen
Neben der humanitären Hilfe wünsche sich Ruanda direkte wirtschaftliche Unterstützung, sagte Bumaya. Das Schweizer Engagement wäre insbesondere im Banken- und Versicherungs-Sektor hilfreich. Er lud Deiss ein, sich über die Lage vor Ort zu informieren.
Befristete Schweizer Hilfe
Bundesrat Deiss verwies auf das Hilfsprogramm von 15 Mio. Franken, das der Bundesrat im vergangenen September für Ruanda genehmigt hatte. Dabei handelte es sich allerdings um ein Sonderprogramm, weil bestimmte Kriterien für die Wiederaufnahme einer langfristigen Hilfe für die Schweiz nicht erfüllt seien.
Es geht insbesondere um die Präsenz ruandischer Truppen in der Demokratischen Republik Kongo. Die humanitäre Hilfe habe die Schweiz aber immer aufrecht erhalten, betonte Deiss.
Schwerpunktland seit den 60er Jahren
Ruanda war seit den 60er Jahren bis zum Völkermord von 1994 eines der Schwerpunkt-Länder der Schweizer Entwicklungs-Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt des laufenden Spezialprogramms stehen Dezentralisierung und Demokratisierung, die Förderung der Menschenrechte sowie die Linderung der Armut.
Ruanda war seit den 60er Jahren bis zum Völkermord von 1994 eines der Schwerpunkt-Länder der Schweizer Entwicklungs-Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt des laufenden Spezialprogramms stehen Dezentralisierung und Demokratisierung, die Förderung der Menschenrechte sowie die Linderung der Armut.
swissinfo und Agenturen
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