Schweizer Biker möchten wieder mal auf das Podest
Seit 1996 haben die Schweizer Mountainbiker an Weltmeisterschaften in den beiden Hauptkategorien keine Medaille mehr gewonnen. Dies soll sich in Vail, Colorado (USA), ändern.
Die Olympia-Zweite Barbara Blatter, der Olympia-Dritte Christoph Sauser und Thomas Frischknecht sind aus Schweizer Sicht Anwärter auf einen Podiumsplatz.
Zum Auftakt der Titelkämpfe haben die Schweizer am späten Mittwochabend (MESZ) in der Staffel den 2. Rang zu verteidigen. Die Aussichten sind allerdings getrübt, weil Barbara Blatter für diesen Wettkampf Forfait erklärt hat. Die zweifache Weltcup-Gesamtsiegerin will sich auf das Einzelrennen konzentrieren. Anstelle der Zürcherin wird Petra Henzi an den Start gehen. Thomas Frischknecht, Ralph Näf (U23) und Jürg Graf (Junior) sind die weiteren Mitglieder des Schweizer Quartettes für diesen Wettkampf, der vor zwei Jahren in Are (Sd) seine Premiere erlebt hatte.
Training intensiviert
Auf dem Papier ist Barbara Blatter die Favoritin Nummer 1 bei den Frauen, zumal ihre spanische Teamkollegin Margarita Fullana auf die WM-Teilnahme verzichtet. Die zweifache Weltmeisterin ist krank. Bei der Zürcherin selber gilt es eine Einschränkung zu machen. Sie war vor einigen Wochen in ein Formtief gefallen und versuchte nun, mit einem harten Training zu ihrem früheren Niveau zurückzufinden. Henzi sowie Sonja Traxel, die einen schlimmen Trainingssturz am letzten Sonntag locker weggesteckt hat, komplettieren das Schweizer Aufgebot.
Die aufstrebende Flaurence Leboucher (Fr), Chrissy Redden und Alison Sydor (beide Ka), Caroline Alexander (Gb), Irina Kalentjewa (Russ) sowie Alison Dunlap (USA) werden voraussichtlich Blatters stärkste Gegnerinnen sein.
Wie Blatter konzentriert sich auch Christoph Sauser auf das Einzelrennen. Dem Berner Oberländer sind ebenso Medaillenchancen einzuräumen wie Thomas Frischknecht, der begeistert vom Strassenrennen mit Lance Armstrong in San Francisco nach Vail anreiste.
Mit Thomas Hochstrasser und Thomas Kalberer verfügt Coach Andy Seeli über zwei weitere Fahrer, die für eine Top-ten-Klassierung gut sind. Beide haben sich in den letzten Weltcup-Einsätzen über einen ausgezeichneten Formstand ausgewiesen. Olympiasieger Miguel Martinez (Fr), Weltcup-Gesamtsieger Roland Green (Ka), Cadel Evans (Au), Kashi Leuchs (Neus), die beiden Belgier Filip Meirhaeghe und Roel Paulissen sowie Europameister Bart Brentjens (Ho) sind die meistgenannten Anwärter auf einen Medaillengewinn.
Optimismus bei den Downhillern
Nicht mehr und nicht weniger als eine Medaille erwartet Downhill-Trainer Jean-Marc Chabbey von Marielle Saner. Die Solothurnerin erreichte beim Weltcup-Final in Mont Saint-Anne (Ka) den 3. Rang, und diese Leistung soll sie beim Titelkampf wiederholen oder gar steigern. Die französische Dauersiegerin Anne-Caroline Chausson, deren Landsfrau Sabrina Jonnier, Missy Giove und Leigh Donovan (beide USA) sowie Katja Repo (Fi) werden Saners stärkste Konkurrentinnen sein.
Bei den Männern ist die Ausgangslage weit offener. Gegen 25 Downhiller kommen für einen Medaillengewinn in Frage. An der Spitze des Schweizer Teams hofft Claudio Caluori darauf, dass ihm mit einer Top-ten-Klassierung eine Steigerung seiner diesjährigen Weltcup-Bestleistung (10. in Leysin) gelingt.
swissinfo und Toni Nötzli (sda)
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