Schweizer Familie in Griechenland als Geisel genommen
Ein Unbekannter hat am Mittwoch (26.07.) in Griechenland ein Segelschiff mit einer fünfköpfigen Schweizer Familie und dem griechischen Kapitän an Bord in seine Gewalt gebracht. Die Behörden vermuten, dass sich der Mann nach Casablanca absetzen will.
Nach Angaben der griechischen Behörden sprang der Geiselnehmer am frühen Morgen auf das Segelboot, das die auf dem Peloponnes gelegene Hafenstadt Navplion (Nafplio) soeben verlassen wollte.
Laut Küstenwache zwang er den Kapitän und die fünf Schweizer Touristen, den Kurs fortzusetzen. Drei Schiffe der Küstenpatrouille und spezielle Taucheinheiten folgten dem Segelboot und umkreisten es rund 2,7 Kilometer vor der Küste Navplions.
Wie Livio Zanolari, Sprecher des Eidgenössischen Departements für auswärtigeAngelegenheiten (EDA) mitteilte, führt die Küstenpolizei Verhandlungen mit dem Geiselnehmer.
Telefonischer Kontakt mit Kapitän
Der Kapitän und Besitzer des Bootes sprach per Telefon mit der Küstenwache und einem griechischen Fernsehsender. Er sagte, er rechne mit einer schnellen Beendigung der Geiselnahme. Der Schweizer Familie, die das Segelboot «Erato» am vergangenen Dienstag (25.07.) gechartert hatte, gehe es gut.
Die Identität der Familie war vorerst unklar. Das EDA habe Vermutungen, sagte Zanolari, gesichert sei aber nichts. Das Departement, der Schweizer Botschafter in Griechenland und die griechischen Behörden seien ständig in Kontakt.
Unklar blieben vorerst auch Identität und Motiv des Entführers. Die Behörden gehen davon aus, dass es sich nicht um einen Griechen handelt. Der Generalsekretär der Ministeriums für öffentliche Ordnung, Dimitris Efstathiadis, erklärte, der Entführer wolle wahrscheinlich nach Casablanca in Marokko.
swissinfo und Agenturen
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