Ski: Im Training klappts
Nach der Schlappe am Lauberhorn reagierte Didier Cuche im ersten Training in Kitzbühel auf das missglückte Rennen in Wengen mit einem 2. Platz hinter Stephan Eberharter.
Cuche verlor nur eine Zehntelsekunde auf den Weltcup-Leader und dreifachen Saisonsieger. 1998 hat der Neuenburger in Kitzbühel die Sprintabfahrt gewonnen und ist auf der Originalstrecke Zweiter geworden.
Die andern Schweizer vermochten sich auf der ersten Fahrt noch nicht in Szene zu setzen: Nächstbester war der 34-jährige Super-G-Spezialist Steve Locher als 13.
Didier Cuche war bis zur Mausefalle der Schnellste und gehörte auch im Gleiterabschnitt zu den Besten. Nur den technisch extrem schwierigen Steilhang erwischte er nicht optimal.
Auf jeden Fall gehört Cuche in dieser Verfassung zu den Favoriten. Die günstige Quote an der Wettbörse mit 1:25 für den Sieg dürfte rapid sinken. Was Cuche hingegen ärgert: Wegen der harten, vereisten Piste ist ein weiterer Ski kaputt gegangen, bereits der 4. in diesem Winter.
Mangelnder Respekt gegenüber den Athleten?
Noch mehr als die demolierten Ski ärgert Cuche die Berichterstattung vom Lauberhorn in vielen Medien: «Vor einer Woche in Adelboden war ich der Held und in Wengen der letzte Trottel. So kann man doch mit uns nicht umspringen. Auch wir wollen ja nur das Beste, aber manchmal läufts eben schief – auch das gehört zum Skisport.»
Wenn er das nächste Mal gewinne, möchte er sich am liebsten gar nicht mehr gratulieren lassen. Auch Bruno Kernen ist enttäuscht über gewisse Reaktionen aus dem Publikum: «Wenn ein Vater seinen neun- oder zehnjährigen Buben sagt: Das ist jetzt der Kernen, diese Pfeife, dann gibt mir das schon zu denken. Etwas mehr Respekt gegenüber einem Athleten dürfte man schon erwarten.»
Bjarne Solbakken
Kernen kam auch in Kitzbühel im ersten Training nicht auf Touren. Er musste wegen des schweren Sturzes von Pepi Strobl lange Zeit auf den Start warten, und unmittelbar vor seinem Start hob der Helikopter mit dem verletzten Österreicher ab.
«Solche Bilder sind nicht gerade motivierend», sagt Kernen. Franco Cavegn wurde wegen des Sturzes von Strobl bei der Hausberg-Kante abgewunken. Bis dort fuhr er die 14. Zwischenzeit.
Die Überraschung des ersten Trainings bildete der Norweger Bjarne Solbakken, der mit der Nummer 49 die fünftbeste Zeit erreichte.
Der Trainingsbeste Stephan Eberharter visiert eine einmalige Marke an: Mit Val d’Isère, Val Gardena und Wengen hat er schon drei der fünf Klassiker für sich entschieden. Noch fehlen Kitzbühel und Garmisch.
Da aber in Garmisch heuer zwei Super-G (statt eine Abfahrt) stattfinden, könnte er mit einem Triumph in Kitzbühel den Mini-Grand-Slam realisieren. Auch das hat bisher innerhalb eines Jahres noch keiner geschafft.
swissinfo und Agenturen
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