Skisaison eröffnet – Nef Zweite
Die Siegesserie der Weltmeisterin Sonja Nef hat zum Auftakt der Skisaison 2001/02 in Sölden ein Ende gefunden. Sie muss sich mit dem zweiten Rang "zufrieden" geben.
Die Österreicherin Michaela Dorfmeister überholte die Schweizerin im zweiten Lauf um 41 Hundertstelsekunden. Nef war seit dem 19. Dezember 2000 in sechs Rennen ungeschlagen. Corinne Rey-Bellet schied im zweiten Lauf aus, nachdem sie im ersten Lauf als Dritte ins Ziel kurvte.
Alles hat ein Ende
Sonja Nef trug ihre «Niederlage» mit Fassung: «Jede Serie hat einmal ein Ende.» Obwohl es fast schien, als müsste sie sich für ihren 2. Platz entschuldigen, strahlte sie: «Michi machte weniger Fehler als ich und ist verdiente Siegerin. Man darf aber dieses Klassement nicht überbewerten. Einige Gegnerinnen waren noch leicht verletzt oder am Material-Testen. In Aspen kann alles wieder anders ausschauen.» Auch wieder mit einer andern Siegerin?
Mit Michaela Dorfmeister stoppte jene Fahrerin Nefs Siegesserie, die ihr schon im Dezember 2000 in Sestriere (I) die letzte Niederlage zugefügt hatte.
Es begann verheissungsvoll
Nach einem verheissungsvollen ersten Durchgang mit einem 1. und 3. Rang von Nef und Rey-Bellet (sowie einem 5. von Birgit Heeb) schaute letztlich nur eine Standard-Bilanz heraus. Ein Lichtblick bildete die Junioren-Weltmeisterin Fränzi Aufdenblatten, die mit der Startnummer 44 auf den 21. Rang vorstiess und Konkurrentinnen wie Renate Götschl, Vorjahressiegerin Martina Ertl und Pernilla Wiberg hinter sich liess.
Cheftrainer Angelo Maina war trotz des Rückschlages mit seinem Comeback nach fünf Jahren Absenz vom Skizirkus zufrieden: «Wir sind ‚dabei‘, auch wenn mehr möglich gewesen wäre. Nach einer 2:0-Pausenführung mussten wir uns noch mit einem Unentschieden begnügen», meinte der ehemalige Sportdirektor des FC Lugano in der Fussballsprache.
In der Tat waren die Schweizerinnen nicht vom Glück begünstigt: Corinne Rey-Bellet schied aus, nachdem sie im Training den ganzen Herbst stets ins Ziel gekommen war. «So etwas kann passieren», fand die Waadtländerin, und Maina lobte deren Risikobereitschaft.
Lilian Kummer verpasste als 32. die Qualifikation um 27 Hundertstel, nach sechswöchiger Verletzungspause und nur drei Tagen Training. Und Marlies Oester scheiterte mit der Nummer 53 als 34. um 33 Hundertstel.
Fränzi Aufdenblatten nutzte dagegen ihre vierte Weltcup-Chance und holte als 21. ihre ersten Weltcuppunkte. «Dabei glaubte ich», so die 20-jährige Zermatterin, «langsam unterwegs zu sein».
swissinfo und Richard Hegglin (sda)
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