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Skispringen: Ammann jetzt Gesamtdritter

Simon Ammann fliegt mitten in die Weltelite. Keystone

Nach seinem fünften Platz in Garmisch liegt der Schweizer Skispringer Simon Ammann im Gesamtklassement der Vierschanzentournee auf Platz drei.

Simon Ammann konnte beim Neujahrs-Springen in Garmisch- Partenkirchen (De) seine gute Form mit dem 5. Rang erneut bestätigen. Der 20-jährige Toggenburger liegt bei Halbzeit der 50. Vierschanzen-Tournee hinter dem grossartigen Sieger Sven Hannawald und Weltcup-Leader Adam Malysz an dritter Stelle.

Dreimal war Simon Ammann vor dem Erreichen des 5. Ranges in Garmisch-Partenkirchen gestartet; dreimal scheiterte er in der Qualifikation, durch die er als Angehöriger der Top 15 des Weltcups diesmal nicht mehr musste. Aber auch bei seinem vierten Auftritt schien der Dritte von Oberstdorf den Fluch der Olympia-Schanze zuerst nicht los zu werden.

Glück gehabt

Nach einem Flug auf 124 Meter griff der Schweizer Teamleader wenige Meter nach der Landung in den Schnee. Daraus resultierten reglementsgemäss tiefe Sprungrichter-Noten. Die Jury kam dem nach der eher mässigen Qualifikation früh startenden Ammann aber entgegen und verkürzte den Anlauf um zwei Luken, so dass er noch einmal starten konnte.

«Es war sicher richtig, dass sie verkürzt haben, denn nach mir kamen ja noch alle starken Springer», sagte Ammann, der sich noch einmal optimal vorbereiten konnte und im ersten Durchgang den drittweitesten Sprung zeigte. Dabei erhielt er die höchsten Stilnoten im ganzen Starterfeld.

Kleiner technischer Fehler

Im ersten Sprung setzte Ammann bei 120,5 Meter auf, nur Hannawald (122) und Malysz (121,5) kamen weiter. «Dies war ein ganz starker Sprung», sagte der Schweizer Trainer Berni Schödler. «Beim zweiten war Simi technisch nicht mehr ganz sauber. Er kam zu stark mit dem Gesäss aus der Hocke und konnte dann nicht ganz sauber ziehen», sagte der Bündner zum Flug auf 120 Meter.

«Zwei bis drei Meter würden für mich schon noch drinliegen. Aber ich habe auf dieser Schanze Mühe mit der Visualisierung. Ich sehe wegen der komischen Flugkurve nicht genau wo ich hinfliege», sagte der Kontaktlinsenträger Ammann, der auch über einen optimalen Ski verfügt.

«Er ist bei nasser und eisiger Spur schnell, und ausserdem finde ich immer eine gute Hockeposition. Das gibt viel Selbstsicherheit», sagte der Markenkollege von Elan-Springer Adam Malysz, der im Vergleich zur Qualifikation wieder auf seinen besten Sprunganzug zurückgriff.

Fanklub zur Stelle

«Es ist ein riesiges Gefühl, dass ich hier auch meinem Fanklub aus dem Toggenburg die Möglichkeit geben konnte, zwei gute Sprünge von mir zu sehen», sagte Ammann, der nach der Konkurrenz rund 30 Anhänger begrüsste, und es sichtlich genoss, mit ihnen zu plaudern.

Für das dritte Springen in Innsbruck wird sich Simon Ammann, der an Silvester Mitternacht schlafend erlebte – «ich war müde, darum ging ich früh zu Bett» – wieder wie gewohnt sauber vorbereiten.

Am Ruhetag machte das Schweizer Team wie alle andern auch nach etwas längerem Ausschlafen ein Konditionstraining. Als Tournee-Mitfavorit sieht sich Ammann, der als Dritter 22,1 Punkte hinter Hannawald liegt, nicht.

«Aber auch Hannawald ist sicher zu schlagen, so wie jeder, der im Moment in den Top Ten ist.» Zwei saubere Sprünge will er in Innsbruck wieder machen, «dann geht es sicher wieder gut.» Ein guter Sprung gelang in Garmisch-Partenkirchen auch Andreas Küttel (29.) der den Topleuten im Anlauf wieder um 1 km/h hinterherfuhr. 47. wurde Sylvain Freiholz, vor dessen Einsatz wie schon in Predazzo der Anlauf verkürzt wurde.

9. Weltcupsieg für Hannawald

Nach den Siegen in Neustadt und Oberstdorf zum Tourneeauftakt landete Sven Hannawald seinen dritten Saisonerfolg mit Weiten von 122,5 und der Tageshöchstweite von 125 Metern und stahl damit erneut allen die Show. «Es war für mich ein Riesengefühl, vor dieser Kulisse anzutreten», sagte der Schwarzwälder, der vor dem Wettkampf sehr nervös war.

Die Riesenanspannung löste sich bei dem nunmehr neunfachen Weltcup-Ersten vor rund 30’000 Zuschauern erst beim Ausfahren. «Da muss einfach alles raus, denn die Anspannung ist schon riesig», sagte der Skiflug-Weltmeister zu seinen Jubelgebärden. Trotz 19,9 Punkten Vorsprung auf Malysz und 22,1 auf Simon Ammann sieht er sich noch nicht als Favorit auf den Gesamtsieg. «In diese Rolle drängen mich höchstens die Medien. Der Käse ist noch nicht gegessen. Ich selber gebe auch Adam Malysz, Simon Ammann und Andreas Widhölzl noch gute Chancen. Sie sind sicher Mitfavoriten.»

Vor allem Widhölzl, der die Tournee 1999/2000 für sich entschied, wird immer stärker. «Ich habe beim zweiten Sprung vielleicht etwas zu früh aufgemacht, sonst hätte ich die 1,7 Punkte schon noch wettgemacht», sagte der Tiroler, der am 3. Januar 2000 als erster Tiroler in Innsbruck gewonnen hatte. Ein Meter (1,8 Punkte) weiter hätte genügt, um Hannawald zu schlagen. Nicht mehr ganz in der Topform wie vor Weihnachten, als er insgesamt sechsmal gewann, ist Adam Malysz.

Beim souveränen Weltcup-Leader schleichen sich beim Absprung immer wieder kleine technische Fehler ein. Für eine Überraschung sorgte der erst 19-jährige Japaner Hiroki Yamada, der Tagesvierter wurde.

swissinfo und Agenturen

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