Swissair-Berufungsprozess: Sieg für Corti
Ex-Swissair-Konzernchef Mario Corti hat im Berufungsprozess zur Firmenpleite auf der ganzen Linie gesiegt. Das Zürcher Obergericht bestätigte die vor einem Jahr ergangenen Freisprüche.
Der Kanton Neuenburg und der belgische Staat hatten dem letzten Konzernchef der SAirGroup unwahre Angaben bei der Bekanntgabe eines Milliardenkredits mehrerer Grossbanken vorgeworfen.
Der Anwalt von Neuenburg und Belgien forderte deshalb einen Schuldspruch für Corti. Das Bezirksgericht Bülach hatte vor einem Jahr den letzten Swissair-Chef und die übrigen 18 Mitangeklagten freigesprochen.
Auch der Vorwurf der Gläubigerschädigung durch intransparente Vermögensverschiebung innerhalb der Swissair-Gruppe wurde vom Obergericht zerzaust.
Zudem kippte die zweite Instanz die teilweise Auferlegung der Kosten für das Verfahren vor dem Bezirksgericht Bülach. Corti erhält damit die volle Prozessentschädigung von 558’425 Franken.
Die Kläger im Berufungsverfahren müssen Corti überdies eine Prozessentschädigung für das zweite Verfahren von 123’686 Fr. zahlen und die Gerichtskosten von 15’000 Fr. übernehmen.
Während Corti den Freispruch begrüsst, prüfen der unterlegene belgische Staat und seine Beteiligungsgesellschaften dagegen weitere rechtliche Schritte.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch