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Tödliche Schlammlawine gibt weiter Rätsel auf

Die Opfer wurden von der Schlammlawine erfasst, als sie diesen Bach überquerten. Keystone

Ein Tag nach der Schlammlawine in Grindelwald (BE) ist die Diskussion über mögliche Verantwortlichkeit angelaufen. Als Ursache des tragischen Unfalls, bei dem drei Menschen ums Leben kamen, wurde allerdings "höhere Gewalt" in den Vordergrund gerückt

Die Abklärungen zum Unfallhergang seien weiter im Gang, sagte Untersuchungsrichterin Christina Schenk am Montag (07.08.) auf Anfrage. Ein Strafverfahren sei vorerst nicht eingeleitet worden.

Der Präsident des Vereins Berner Wanderwege, Rudolf Künzler, stellte fest, dass grundsätzlich die Gemeinde für den Unterhalt der Wanderwege zuständig sei. Weder die Gemeinde noch die Wandergruppe könnten aber für das Unglück auf dem Weg, der sogar mit einem Kinderwagen befahrbar sei, verantwortlich gemacht werden. «Da war höhere Gewalt im Spiel», sagte Künzler.

Beim verschütteten Wanderweg handle es sich um einen beliebten und einfachen Weg, hiess es auch bei den Firstbahnen. Der Weg sei durch die Schlammlawine nicht beschädigt worden, bleibe aber bis zum Abschluss der Untersuchungen gesperrt.

Die Verbindung First – Grosse Scheidegg sei durch andere Routen gewährleistet. Bereits am Montag seien die Wanderwege im Gebiet bei schönem und trockenem Wetter wieder rege benutzt worden.

Opfer aus den USA und der Schweiz

Bei den Todesopfern handelt es sich um einen Vater und seinen zwölfjährigen Sohn aus Weston im US-Bundesstaat Massachusetts. Dies erklärte der Veranstalter der Tour, Penny Pitou Travel aus New Hampshire.

Die Angehörigen seien verständigt worden. Die US- Botschaft in Bern kümmerte sich um ein Familienmitglied, das sich ebenfalls in der Schweiz aufhält sowie um aus den USA anreisende Verwandte.

Beim Schweizer Opfer handelt es sich, wie bereits berichtet, um einen einheimischen Bergführer mit rund 30 Jahren Erfahrung. Die genauen Identitäten stellten die Behörden nach Abschluss der rechtsmedizinischen Untersuchungen in Aussicht.

Die Opfer gehörten zu einer Gruppe von rund 20 grösstenteils amerikanischer Touristen und zwei Schweizer Bergführern. Fünf der Wanderer waren am Sonntagmittag auf 2000 Metern Höhe im Gebiet «Grindel-Oberläger» von der Lawine erfasst worden. Zwei blieben unverletzt, drei wurden rund 20 Meter tief in ein Bachbett hinuntergerissen und kamen um.

swissinfo und Agenturen

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