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Unruhe in Reglis vorzeitigem Ruhestand

Der Fall Regli wird neu aufgerollt. Keystone

Der Fall von Ex-Geheimdienstchef Peter Regli wird neu aufgerollt: Das Verteidigungs-Ministerium untersucht in einer informellen Abklärung sowohl die Geheimdienst-Beziehungen zwischen der Schweiz und Südafrika als auch die Frage, ob Akten vernichtet worden sind.

Der oberste Militärarzt aus Südafrikas Apartheid-Zeit, Wouter Basson, hatte kürzlich in einem Prozess erklärt, er habe 1992 mit Hilfe des früheren Schweizer Geheimdienstchefs Peter Regli in der ehemaligen Sowjetunion eine halbe Tonne der Droge Mandrax besorgt. Diesen neuen Verdächtigungen will das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) nun nachgehen.

VBS-Generalsekretär Juan Gut sei beauftragt worden, bis zum 31. Oktober einen detaillierten Bericht zu erstellen, sagte VBS-Informationschef Oswald Sigg am Freitag (17.08.) der Nachrichtenagentur sda. Darin sollten die damaligen und heutigen Beziehungen zwischen den Nachrichtendiensten beider Länder sowie die Frage der Aktenvernichtung abgeklärt werden.

Der Fall Regli war bereits 1999 von einer Delegation der Geschäftsprüfungs-Kommission (GPK) untersucht worden. Regli selbst wurde im Dezember 1999 vom damaligen VBS-Vorsteher Adolf Ogi vollständig rehabilitiert, aber in den vorzeitigen Ruhestand versetzt.

Korrekte Auskunft?

Die GPK hatte in ihrem Bericht geltend gemacht, dass Akten vernichtet worden seien. Regli gab dies kürzlich zu, sagte allerdings, Akten aus Südafrika seien nicht betroffen. Im neuen Bericht solle nun geprüft werden, ob die GPK-Delegation korrekte Auskunft erhalten habe, sagte Sigg.

Festgestellt werden solle weiter, ob Akten und Dokumente des Nachrichtendienstes fehlten und ob das Archivierungsgesetz eingehalten worden sei. Gemäss dem Gesetz müssen öffentliche Akten aufbewahrt werden.

Während der Erstellung des Berichts habe der Beauftragte Einsicht in alle Akten, sagte Sigg weiter. Zudem seien die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des VBS vom Amtsgeheimnis entbunden.

Versuche mit Mandrax

Basson alias «Doktor Tod» steht seit Monaten in Südafrika vor Gericht. Er soll unter anderem Versuche mit Drogen wie Mandrax gemacht haben, um Anti-Apartheid-Aktivisten kampfunfähig zu machen.

Auch die Bundesanwaltschaft ermittelt im Fall Basson. Der südafrikanische Staatsanwalt übergab den Schweizer Behörden im Juli 2000 umfangreiches Aktenmaterial. Während das Verfahren betreffend Spionage und Güterkontrollgesetz laufe, könnten keine Aussagen dazu gemacht werden, hiess es bei der Bundesanwaltschaft.

Regli hatte die Aussagen von Basson betreffend des Handels mit Mandrax letzte Woche zurückgewiesen. Die Schweiz habe mit den geheimen Projekten Pretorias nichts zu tun gehabt.

swissinfo und Agenturen

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