The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter

Warten auf die alpine Medaille

Sonja Nef soll der Schweiz endlich eine Ski-Medaille herausfahren. Keystone

Sechs alpine Rennen sind vorbei, und noch immer wartet die Schweiz auf die erste Olympia-Medaille. Aber nun ist die Reihe an Sonja Nef.

Das Wichtigste vorweg: Sonja Nef ist wieder gesund. Die langwierige Erkältung, die Probleme mit den Nebenhöhlen – alles ist mittlerweile überwunden. Locker und unbeschwert wirkt sie, man würde nicht vermuten, dass Grosses bevorsteht.

«Jetzt realisiere ich erst, wie geschwächt ich im Januar war. Da fiel mir teils nur schon das Sprechen schwer. Jetzt kann ich wieder lachen, ich fühle mich kräftig, einfach gut.»

«Im Training», so schildert sie, «kann ich wieder die ideale Position auf dem Ski einnehmen, nicht wie zuletzt bei den Weltcup-Rennen in Are, wo ich fast aufrecht dahergekommen bin.»

Die Techniker sollen es auch diesmal richten, wie vor einem Jahr in St. Anton, wo Sonja Nef und Michael von Grünigen mit ihren Siegen im Riesenslalom die zuvor so schwache Schweizer Bilanz vergoldeten.

Die schwierige Ausgangslage belastet die Appenzellerin jedoch nicht: «Was die anderen gemacht haben, darf nicht mein Problem sein. Wenn die Schweizer insgesamt sieben Medaillen holen würden und ich keine, hätte ich auch nichts davon.»

Gold im Riesenslalom?

Aber nun ist die Reihe an Sonja Nef. Die Appenzellerin fühlt sich ohnehin nicht mehr annähernd so unter Druck wie im letzten Winter vor St. Anton: «Damals, nach meinen Weltcup-Erfolgen in Serie, wäre nur schon Silber einer Niederlage gleichgekommen. Ich war bereits am Abend vorher so nervös, dass ich geheult habe. Es war kaum mehr auszuhalten. Ich hatte ja bis dahin an Grossanlässen immer versagt. Jetzt aber habe ich schon eine Goldene.»

Am Mittwoch geht es für sie in Deer Valley los mit dem Slalom, in dem ihre Chancen auf eine Medaille so gut sind wie nie zuvor. Schon dreimal stand sie diesen Winter auf dem Podest, einmal war sie Zweite, zweimal Dritte.

Aber die grossen Hoffnungen setzt sie nach wie vor auf den Riesenslalom: «Im Slalom wäre Bronze gut, aber im «Riesen» würde ich halt schon unwahrscheinlich gerne die richtige Farbe holen.»

Die alleinige Favoritin ist Sonja Nef aufgrund der Ergebnisse dieser Saison nicht. Im Disziplinen-Weltcup liegt sie zwar in Führung, aber von acht Riesenslaloms gewann sie nur zwei. Trotzdem ist sie überzeugt, dass sie teils besser gefahren ist als im Jahr zuvor: So beispielsweise in Maribor, wo sie die Gegnerinnen fast deklassierte. Doch dann kam die Erkältung, wegen der sie gut drei Wochen unter ihrem Wert fuhr.

swissinfo und Werner Eisenring, SI

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft