Weltweit grosses Entsetzen
Politiker in vielen Ländern haben schockiert auf die Terror-Akte in den USA reagiert. Die Schweizer Regierung verurteilte die unfassbaren Gewaltakte in aller Schärfe. Er könne für diese "menschliche Katastrophe apokalyptischen Ausmasses" keine Worte finden, sagte Bundespräsident Moritz Leuenberger. Die amerikanische Botschaft in Bern wurde geräumt.
Die Schweizer Regierung spricht von einer absolut neuen, bisher nie gekannten Dimension des internationalen Terrorismus. Der Bundesrat ist «zutiefst schockiert». Die Anschläge hätten «auf brutalste Weise die Verletzlichkeit einer hoch entwickelten Gesellschaft und ihrer Sicherheits-Vorkehrungen offengelegt». In Bern wurde die amerikanische Botschaft geräumt. Die Bewachung von US-Einrichtungen wurde verschärft.
Das Schweizer Aussenministerium (EDA) hat im Zusammenhang mit den Anschlägen in den USA eine Hotline eingerichtet. Besorgte Angehörige können sich unter der Schweizer Nummer 031/322 27 62 informieren, wie das EDA mitteilte.
«Schwelle überschritten»
Nach Ansicht des Schweizer Strategie-Experten Kurt Spillmann wurde mit den Anschlägen eine «Schwelle überschritten zu einer Epoche der neuen Kriegführung unterhalb der staatlichen Ebene». Sich gegen solche Anschläge privater Terror-Organisationen zu wappnen, werde ganz neue Organisations-Formen brauchen, sagte Spillmann, Leiter der Forschungsstelle für Sicherheitspolitik und Konflikt-Analyse an der ETH Zürich.
Weltweite Reaktionen
UNO-Generalsekretär Kofi Annan rief dazu auf, den «Terrorismus entschlossen zu bekämpfen, wo immer er sich zeigt». Indirekt warnte er jedoch vor übereilten Racheakten. Eine kühle und vernünftige Lagebeurteilung sei wichtiger denn je.
Der russische Präsident Wladimir Putin forderte ein gemeinsames Vorgehen der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen den Terrorismus, «diese Pest des 21. Jahrhunderts». China äusserte sich «tief schockiert». Der iranische Präsident Mohammed Chatami verurteilte die Terror-Angriffe und sprach den Familien der Opfer seine Anteilnahme aus.
Palästinenser-Führer Jassir Arafat sagte vor Journalisten: «Wir verurteilen diese schreckliche Tat ohne Einschränkung.» Im Westjordanland hielten dagegen rund 2’000 Palästinenser nach der Anschlagserie eine Freudenfeier ab. Die radikale Palästinenser-Organisation «Islamischer Dschihad» bezeichnete die Terror-Akte als Folge der Nahost-Politik Washingtons.
Die militante islamische Organisation Hamas stritt jede Beteiligung an den Attentaten ab. Auch die afghanischen Taliban schlossen eine Beteiligung kategorisch aus.
Israel schloss seinen Luftraum für ausländische Flugzeuge. Nur israelischen Maschinen sei der Eintritt in israelischen Luftraum erlaubt, sagte ein Regierungssprecher in Jerusalem. Für Donnerstag hat die israelische Regierung Staatstrauer angeordnet.
Der britische Premierminister Tony Blair liess den zivilen Flugverkehr über dem Zentrum Londons einstellen. «Wir stehen Schulter an Schulter mit unseren amerikanischen Freunden», sagte Blair in der britischen Hauptstadt.
Zahlreiche weitere Regierungen sowie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zeigten sich entsetzt und drückten ihr Mitgefühl aus.
EU-Kommissions-Präsident Romano Prodi äusserte sich bestürzt und hat für Mittwoch (12.09.) einen Sonderrat der Aussenminister in Brüssel einberufen.
NATO-Generalsekretär George Robertson bezeichnete die Anschläge als intolerablen Angriff auf die Demokratie. Einem Teil des NATO-Personals in Brüssel wurde gestattet, die Arbeitsplätze zu verlassen. Eine vollständige Evakuierung des NATO-Hauptquartiers war jedoch nicht angeordnet.
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